No. 19

No. 19, 11.05.2022

 

*** Bitte beachten Sie: Der Info Ticker wird in den nächsten Wochen 14-tägig erscheinen. Die nächste Ausgabe ist für den 25. Mai geplant. ***

 

 Der RfII Info Ticker wird wöchentlich von der Geschäftsstelle versandt und fasst die neuesten Meldungen aus der akademischen Gemeinschaft zu RfII-relevanten Themen wie Informationsinfrastrukturen und Forschungsdaten, dem Nachrichtenspektrum rund um den „Open“-Begriff sowie wissenschafts- und förderpolitische Themen zusammen. Die Themen werden nach Bedarf und Nachrichtenlage bedient.

Informationsgrundlage sind der Informationsdienst Wissenschaft (idw) sowie Newsletter und Social-Media-Kanäle von Wissenschaftsorganisationen und Forschungseinrichtungen, Ministerien, Fachverbänden und -gesellschaften, Stiftungen und einschlägigen Initiativen.

 

(Forschungs-) Daten & Informationsinfrastrukturen

  • Die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften acatech hat zusammen mit der Körber-Stiftung und dem Zentrum für Interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung der Universität Stuttgart den „TechnikRadar 2022“ veröffentlicht. Die jährliche repräsentative Befragung zur Haltung der Deutschen zu technischen Herausforderungen widmet sich dieses Jahr der Einstellung der Deutschen zur Digitalisierung im Gesundheitswesen, wofür erstmals auch gezielt Angehörige der Ärzteschaft befragt wurden. Dabei zeigte sich trotz steigender Befürwortung von Digitalisierung u.a. bei der Spende von Gesundheitsdaten viel Zurückhaltung, die oft auf fehlende Informationen – auch bei Ärztinnen und Ärzten – und mangelnde Transparenz zurückgeführt wird [weitere Informationen]

 

  • Die UNESCO hat zwei weltweite Ausschreibungen zu Open Science veröffentlicht: zum einen wird bis 10. Juli um Beiträge zur künftigen Gestaltung der wissenschaftlichen Praxis angesichts der Erfahrungen der COVID -19- Pandemie gebeten, die sich auf Open Science als Beförderer der UN-Nachhaltigkeitsziele beziehen. Die zweite Ausschreibung bezieht sich auf Best practices in Open Science und soll zu einem entsprechenden Kompendium als Instrument der Open Science-Landschaft und zur Weiterentwicklung gemeinsamer innovativer Lösungen führen. Hier wird zur Teilnahme bis 15. Juli eingeladen [weitere Informationen]

 

 

  • Das NFDI-Konsortium NFDI4Culture führt seinerseits im Rahmen des Aufgabenbereichs „Datenpublikation und Langzeitverfügbarkeit“ eine Umfrage zu Erfahrungen bei der Publikation von Forschungsdaten durch und bittet die Fachcommunities aus den Bereichen Kunst und Medien, Architektur, Musik und darstellende Künste um Teilnahme [weitere Informationen]

 

  • Die Initiative „forschungsdaten.info“ bietet auf ihrer Webseite zum Thema „Datenjournale“ einen fortlaufenden Überblick über die steigende Zahl von „data journals“, die Beiträge mit Beschreibungen von Daten oder Datensätzen ohne weitere Interpretationen anbieten, und geht auf die Beziehung zu Datenrepositorien ein [weitere Informationen]

 

 

 

Bildung & Hochschulen

  • Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) hat die Ergebnisse der zweiten Auswahlrunde des Förderprogramms „Innovative Hochschule“ bekannt gegeben. Im Zuge des Wettbewerbsverfahrens, mit dem Bund und Länder v.a. den Bereich Transfer und Innovation („Dritte Mission“) der Hochschulen unterstützen wollen, wurden von insgesamt 165 Anträgen 55 Hochschulen in 16 Einzel- und 13 Verbundvorhaben ausgewählt, die für eine Dauer von max. fünf Jahren eine Gesamtförderung von bis zu 285 Mio. Euro erhalten sollen. Mit gut 70 Prozent (39 Hochschulen) nimmt die Gruppe der Fachhochschulen bzw. Hochschulen für Angewandte Wissenschaft den mit Abstand größten Anteil ein [weitere Informationen]

 

  • Das BMBF konnte letzte Woche bekannt geben, dass die in der „Strategie Künstliche Intelligenz“ von 2018 anvisierten 100 zusätzlichen KI-Professuren an deutschen Hochschulen bereits jetzt besetzt werden konnten und damit deutlich vor dem angepeilten Ziel 2025 [weitere Informationen]

 

 

Wissenschaftspolitik & Forschungsförderung

  • Das Generaldirektorat für Forschung und Innovation der Europäischen Union hat die Ergebnisse der Evaluierung des Europäischen Forschungsraums (EFR; European Research Area ERA) 2015-2020 veröffentlicht. Hierfür wurden die Governance-Regeln sowie das Monitoringsystem inkl. der Indikatoren überprüft und daraus weiterführende Empfehlungen für die geplante Neuausrichtung des Europäischen Forschungsraums abgeleitet [weitere Informationen]

 

 

Bibliotheken & Publikationssystem

  • Die Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie (ZfBB) hat vor kurzem ein Schwerpunktheft zur NFDI herausgegeben, u.a. mit einem Artikel zu Rolle von Bibliotheken im Rahmen der NFDI [weitere Informationen]

 

 

Recht

  • Die europäischen Datenschutzbehörden EDPB (European Data Protection Board) und EDPS (European Data Protection Supervisor) haben eine gemeinsame Stellungnahme zum „Data Act“ veröffentlicht, in der sie erhebliche Bedenken insbesondere zu Umfang und Art der Dateneinsicht für Behörden äußern. So seien insbesondere deren Zugriffsrechte mit „außergewöhnlichem Bedarf“ und Notfallklauseln zu unklar definiert. Darüber hinaus mahnen sie zu einem besseren Schutz von hochsensiblen persönlichen Daten und einer rechtzeitigen Abstimmung mit bestehenden Rechtsvorschriften, wie der DSGVO oder der E-Privacy-Richtlinie [weitere Informationen]

 

  • Die Informationsplattform iRights.info hat die Ergebnisse einer vom BMBF in Auftrag gegebenen Studie zu den praktischen Auswirkungen der Urheberrechts- Wissensgesellschafts-Gesetzes (UrhWissG) veröffentlicht. Hierfür wurden 21 (nicht standardisierte) Interviews mit Vertretungen aus den Bereichen Bildung, Bibliotheken, Wissenschaft und Verlagswesen geführt und ausgewertet. Zum gleichen Themenkomplex hatte die Bundesregierung letzte Woche den Evaluierungsbericht zum UrhWissG veröffentlicht [weitere Informationen]

 

  • Das Bundeskriminalamt (BKA) hat das „Bundeslagebild Cybercrime 2021“ veröffentlicht und führt mehr als 145.000 Schadensdelikte und somit einen Anstieg um mehr als zwölf Prozent auf, wobei die Aufklärungsrate unter 30 Prozent liegt. Die größte Bedrohung ging demnach vom Bereich Ransomware sowie von DDoS- Angriffen aus, wobei neben einem finanziellen Gesamtschaden von rund 224 Milliarden Euro zunehmend auch die Funktionsfähigkeit von Kritischen Infrastrukturen, der öffentlichen Verwaltung, von Lieferketten und das nationale und internationale Gemeinwesens belastet wurde [weitere Informationen]

 

 

 

Wirtschaft und Digitalisierung

  • Das Europäische Parlament und die EU-Ratspräsidentschaft haben sich vor dem Hintergrund steigender Risiken durch Cyberangriffe auf eine vorläufige Einigung zum „Digital Operational Resilience Act (DORA)“ verständigt. Dieser soll einheitliche Standards zur Absicherung des Finanzsektors sowie kritischer Diensteanbieter aus dem IKT-Bereich, z.B. Cloud-Plattformen oder Datenanalysedienste in Europa gegen schwerwiegende Störungen gewährleisten. Damit sind z.T. erhebliche Anforderungen an Unternehmen und Entitäten verbunden, die aber in einem angemessenen Verhältnis zu den potentiellen Risiken stehen sollen [weitere Informationen]

 

  • Die britische Regierung bereitet ein Gesetzesvorhaben vor, das analog zum Digita Markets Act der EU (DMA; Digitale Märkte-Gesetz; s. Info Ticker No. 12) den Wettbewerb der großen Tech-Unternehmen („Gatekeeper“) regeln soll [weitere Informationen]

 

  • Der Branchenverband Bitkom hat die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage zur Datennutzung und Datenökonomie bei deutschen Unternehmen veröffentlicht. Demnach steigt zwar der Anteil innerhalb der befragten 604 Unternehmen, die sich auf datengetriebene Geschäftsmodelle stützen (werden), stetig an, aber fast ein Viertel hat sich noch nie mit dem Thema Datenökonomie befasst. Auch die Kultur des Datenaustausch „B2B“ befindet sich im Aufschwung, so ein Ergebnis, aber das Konzept von Datenräumen ist wenig bekannt, so dass es v.a. politischer Maßnahmen bedürfe, damit Deutschland international eine Führungsrolle einnehmen könnte [weitere Informationen]

 

  • Die Hans-Böckler-Stiftung und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) haben einen Atlas der digitalen Arbeit veröffentlicht. In diesem werden „15 kurze Lektionen über die digitale Arbeit“ präsentiert und in rund 20 Kapiteln Themenbereiche, wie u.a. Auto, Chemie, Plattformen, E-Government. Pflege, Künstliche Intelligenz und Überwachung dargestellt sowie die vielfältige Verwendung von Daten beleuchtet [weitere Informationen]

 

 

E-Government

  • Die Nationale Agentur für Digitale Medizin Gematik hat im Zusammenhang mit der elektronischen Patientenakte (ePa) zusammen mit IBM und der Universität Mannheim Demonstratoren entwickelt, mit dem Versicherte ihre erforderlichen Daten rechtssicher und datenschutzfreundlich bereitstellen können. Der Prototyp PrETTI (Privacy Enhancing Technologies in der Telematikinfrastruktur) wurde jetzt vorgestellt und sollen nach Evaluierung mit weiteren Partnern optimiert werden [weitere Informationen]

 

  

Veranstaltungen

  • “Shadow Libraries and Access to Knowledge: Origins, Policies, Legality, and Accessibility” Webinar (12.05.) [weitere Informationen]
  • “One Year of Open Research Europe: Contributor experiences and next steps” Webinar (13.05.) [weitere Informationen]
  • “Open Science: Sharing Your Research with the World” Online-Kurs (ab 18.05.) [weitere Informationen]
  • „Datenanalyse und KI in der kulturellen Infrastruktur – ein Zukunftsthema" (Kiel und online; 18.05.) [weitere Informationen]
  • „BEGIN: metadata for meaningful data metrics” Webinar (19.05.) [weitere Informationen]
  • „Fokus: Zukunft. Unser Leben 2050: Innovationstreiber Quantentechnologie” (online; 19.05.) [weitere Informationen]
  • “Datenschutz Summit 2022” (online; 20.05.) [weitere Informationen]
  • „HMC FAIR Friday: FAIR – Assessment or Improvement” (online; 20.05.) [weitere Informationen]
  • „Unlock the Libraries: Offene Daten von und für Bibliotheken, "Connecting collections" (online; 24.05.) [weitere Informationen]
  • „Transparente Arbeitswelten nachhaltig gestalten: Wie wir Datensouveränität stärken und neue Innovationskulturen schaffen“ (online; 24.05.) [weitere Informationen]

 

Tagungsberichte

  • „Forschungsgipfel 2022“ (Aufzeichnung) [weitere Informationen]
  • „ORCID in erweiterten Kontexten – Ergebnisse und Ausblick von persistenten Identifiern in Wissenschaft und Kultur“ Folien und Informationen [weitere Informationen]
  • „Workshop Retrodigitalisierung 2022: Selber machen oder machen lassen?“ [weitere Informationen]

 

 

Zusammengestellt von Bärbel Lange (baerbel.lange@rfii.de), Sarah Ehls (sarah.ehls@rfii.de)

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No. 18

No. 18, 04.05.2022

Der RfII Info Ticker wird wöchentlich von der Geschäftsstelle versandt und fasst die neuesten Meldungen aus der akademischen Gemeinschaft zu RfII-relevanten Themen wie Informationsinfrastrukturen und Forschungsdaten, dem Nachrichtenspektrum rund um den „Open“-Begriff sowie wissenschafts- und förderpolitische Themen zusammen. Die Themen werden nach Bedarf und Nachrichtenlage bedient.

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(Forschungs-) Daten & Informationsinfrastrukturen

  • Die Europäische Kommission hat gestern ihren Vorschlag für eine Verordnung über den „Europäischen Raum für Gesundheitsdaten (European Health Data Space - EHDS)“ vorgestellt, mit der ein Rechtsrahmen für den sicheren Datenaustausch von Gesundheitsdaten im EU-Raum ermöglicht werden soll. Der Vorschlag sieht sowohl umfassende Zugangs- und Kontrollrechte für Bürgerinnen und Bürger und ihre persönlichen Daten vor, als auch Bedingungen für Forschung, Innovation sowie Politikgestaltung für den Zugriff und die Verwendung dieser Gesundheitsdaten. Als nächstes werden der Europäische Rat und das EU-Parlament über den Entwurf beraten. Zahlreiche Akteure, darunter u.a. der Branchenverband Bitkom und der europäischen Hochschulverbund „The Guild“ haben bereits mit Stellungnahmen reagiert [weitere Informationen]

 

  • Die USA, die EU und rund 30 andere Staaten haben letzte Woche eine „Erklärung zur Zukunft des Internets“ verabschiedet, in der sie sich auf Grundlage gemeinsamer Zielvorstellungen und Grundsätze für ein „offenes, freies, globales, interoperables, zuverlässiges und sicheres Internet“ und den ausdrücklichen Schutz der Menschenrechte aussprechen. Für die Erklärung, die auch ohne Rechtsverbindlichkeit als umfassende Richtschnur dienen soll, werden weitere Unterzeichner u.a. unter internationalen Organisationen, Hochschulen, im Privatsektor und in der Zivilgesellschaft gesucht und zahlreiche Veranstaltungsformate angekündigt [weitere Informationen]

 

  • Die DFG hat ihr Förderprogramm „Informationsinfrastrukturen für Forschungsdaten“ aktualisiert und eine neue Akzentuierung veröffentlicht. Mit Verweis auf veränderte Bedarfe aus den Wissenschaften und dem Aufbau der NFDI werden neue Anforderungen formuliert, aber auch neue Fördermöglichkeiten wie Mittel für die Konzeption von Organisationsmodellen, Vernetzungs-, Schulungs- und Trainingsmaßnahmen sowie zur Durchführung von Studien aufgenommen [weitere Informationen]

 

  • Das FAIRmat-Konsortium („Fair Daten Infrastructure for Condensed-Matter-Physics and the Chemical Physics of Solids“) hat ein Konzept entwickelt – und vor kurzem in „Nature“ veröffentlicht – , mit dem eine Dateninfrastruktur auf der Basis der FAIR-Prinzipien im Bereich der Materialwissenschaft umgesetzt werden kann. Das Konsortium wird von der Humboldt-Universität Berlin geleitet, ist Teil der NFDI und kooperiert darüber hinaus eng mit dem „Novel Materials Discovery (NOMAD) Laboratory“ [weitere Informationen]

 

  • Das BMB-geförderte Portal „open-access.network“, das Informationen sowie Fortbildungs- und Vernetzungsangebote zu Open Access bietet, bittet zur Optimierung seiner Dienste Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich für Open-Access-Publikationen interessieren oder auch Open-Access-Professionals im Rahmen einer Online-Umfrage um Rückmeldung zu Bekanntheit und Nutzung des Portals und seiner Services [weitere Informationen]

 

  • Das Projekt „FAIR Data Spaces“, das mit Förderung des BMBF die Dateninfrastrukturen von NFDI und Gaia-X zu einem gemeinsamen Datenraum für Wissenschaft und Wirtschaft zusammenführen möchte, weist ab sofort in einem wöchentlichen „FAIR Newsletter“ auf aktuelle rechtliche Entwicklungen rund um die Themengebiete des Vorhabens hin. Darüber hinaus wird in einer monatlichen Übersicht über aktuelle einschlägige Publikationen informiert [weitere Informationen]

 

Bildung & Hochschulen

  • Der Wissenschaftsrat hat am 2. Mai als Teil der Ergebnisse seiner Frühjahrssitzungen seine Empfehlungen zur „Zukunftsfähigen Ausgestaltung von Studium und Lehre" vorgestellt. Darin spricht er sich „für ein grundlegendes Umdenken aller Akteure“ hin zu einer „Organisation der Hochschulbildung als lernendes System“ aus, in dem u.a. Studierende aktiv an der Gestaltung mitwirken sollen und eine produktive Fehlerkultur auch auf Ebene der Lehrenden gefördert werden soll. Neben der entsprechenden Weiterentwicklung von Curricula, Lehr- und Prüfungsformaten sei dafür auch die Anpassung der finanziellen und rechtlichen Rahmenbedingungen erforderlich, so dass er von einer nur schrittweise möglichen Umsetzung ausgeht, diese aber dennoch für dringend geboten erachtet [weitere Informationen]

 

  • Der Stifterverband hat in Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung McKinsey den abschließenden Hochschul-Bildungs-Report veröffentlicht, nachdem er in den letzten zehn Jahren die Entwicklungen des deutschen Hochschulbildungssystems in sechs Handlungsfeldern ausgewertet hatte. In den Bereichen Digitalisierung und Internationalisierung ist demnach aktuell eine positive Entwicklung festzustellen, auch wenn die gesetzten Ziele in den Handlungsfeldern insgesamt nicht erreicht wurden. Als Schwerpunkt thematisiert der Bericht im Hinblick auf „transformative Bildung" die Digitalisierung u.a. in den Bereichen Kompetenzen, Aus- und Weiterbildung sowie Personalbedarf [weitere Informationen]

 

Wissenschaftspolitik & Forschungsförderung

  • Die Europäische Kommission hat einen Entwurf für eine „Neue EU-Innovationsagenda für den Europäischen Forschungsraum“ erarbeitet und bittet noch bis 10. Mai im Rahmen eines Konsultationsverfahrens alle Interessierten um Kommentierung bzw. Änderungsvorschläge [weitere Informationen]

 

 

  • Die Expertenkommission für Forschung und Innovation (EFI) hat letzte Woche einen Policy-Brief zur geplanten „Deutschen Agentur für Transfer und Innovation (DATI)“ mit dem Titel „DATI: Wenn schon, denn schon!“ veröffentlicht. Darin äußert sie sich kritisch zum Eckpunktepapier, das vom BMBF und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) Anfang April herausgegeben worden war (s. Info Ticker No. 14) und formuliert mehrere Änderungsvorschläge für die weiteren Beratungen, insbesondere für eine offenere Gestaltung der DATI [weitere Informationen]

 

  • Im Rahmen ihrer Open Science-Policy stellt die VolkswagenStiftung künftig zusätzliche Mittel für die Aufbereitung von Forschungsdaten für „Data Reuse“ und für die Bereitstellung in öffentlichen, nicht-kommerziellen Repositorien zur Verfügung. Das Angebot umfasst bis zu 100.000 Euro und richtet sich an Forschende aller Fachgebiete, die bereits von der Stiftung bis zu sechs Monaten gefördert werden oder wurden [weitere Informationen]

 

Bibliotheken & Publikationssystem

  • Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen hat eine gemeinsame Stellungnahme zur geplanten Reform der Forschungsbewertung durch die Europäische Kommission (s. u.a. Info Ticker No. 10) veröffentlicht. Darin würdigt die Allianz die aktuellen Bemühungen und weist auf ihre Mitarbeit in der Beratungsgruppe hin, in der sie durch die DFG und die Helmholtz-Gemeinschaft vertreten ist. Allerdings spricht sie sich gegen ein europaweit harmonisiertes System aus und plädiert stattdessen – unter Bezug auf die Vielfalt der Forschungssysteme, die Autonomie der akademischen Organisationen sowie u.a. die Forschungsfreiheit – für einen verstärkten Austausch zu bewährten Verfahren mit dem Ziel gegenseitigen Lernens [weitere Informationen]

 

  • Die TIB – Technische Informationsbibliothek und Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften hat im Auftrag des BMBF eine Studie zu den Wirkungen von Open Access anhand von empirischen Arbeiten für den Zeitraum 2010-2021 erstellt. Hierfür wurden 318 Studien gesichtet und 61 besonders relevante mit Blick auf sieben definierte Wirkungsfelder vertiefend analysiert. Im Ergebnis zeigten sich zahlreiche (erwartbare) Vorteile von Open Access, aber auch neue Befunde sowie umfangreiche Forschungslücken, die auch in den weiterführenden Handlungsempfehlungen an unterschiedliche Akteure adressiert werden [weitere Informationen]

 

 

 

Recht

 

E-Government

  • Die Mitglieder des IT-Planungsrates haben auf einer Sondersitzung am Montag als „OZG-Booster“ beschlossen, dass die jeweils federführenden Bundesländer eine Liste mit 35 „Einer-für-alle“-Leistungen (EfA-Leistungen) der Öffentlichen Verwaltung bis zum Jahresende prioritär entwickeln und zur gegenseitigen Nachnutzung bereitstellen werden. Damit sollen nicht nur die Umsetzung des OZG (Online-Zugangsgesetzes) beschleunigt, sondern auch sichtbare Verbesserungen für Bürgerinnen und Bürger sowie für Unternehmen erzielt werden [weitere Informationen]

 

 

Citizen Science

  • Forschende der Helmholtz-Gemeinschaft, der Leibniz-Gemeinschaft und der Fraunhofer-Gesellschaft haben gemeinsam eine „Citizen-Science-Strategie 2030 für Deutschland“ erarbeitet und als Weißbuch veröffentlicht. Die Strategie, die zusammen mit Beteiligten von 136 Organisationen, wissenschaftlichen Einrichtungen, Museen, Bibliotheken u.a. und Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und des BMBF erstellt wurde, sieht 94 konkrete Handlungsempfehlungen sowie 15 Leitbilder für die Zusammenarbeit von Wissenschaft, Gesellschaft und Politik in den nächsten 10 Jahren u.a. in den Bereichen Medizin und Gesundheit oder auch Sensorik und KI vor [weitere Informationen]

 

 

Veranstaltungen

  • „Starter Track: Overview about programming languages“ (online; 05.05.) [weitere Informationen]
  • „Die Normativität nachhaltiger Digitalisierung"'(Kassel; 05.-06.05.) [weitere Informationen]
  • „53. Jour Fixe FDM: FDM fordern und fördern“ (online; 11.05.; Anmeldung bis 08.05.) [weitere Informationen]
  • „Transforming Science: Pathways Towards Sustainability and Trustworthiness (Brüssel und Livestream; 11.-12.05.) [weitere Informationen]
  • “GO Unite!-Workshop: Muster in FDM-Bedarfen – Versuch einer formalen Beschreibung von FDM-Bedarfsstrukturen“ (online; 12.05.) [weitere Informationen]
  • „Was war Künstliche Intelligenz? Konturen eines Forschungsfeldes 1975-2000 in Deutschland“ (Berlin und online; 13.-15.05.) [weitere Informationen]
  • "LOTUS Policy Dialogue Workshop on Leading Digitalisation" (Wien; 16.-17.05.; Anmeldung bis 08.05.) [weitere Informationen]
  • “Inconnecss: The world of business and economics research and information: Collaborate, compete oder collapse?” (online; 17.-19.05.) [weitere Informationen]
  • “Online Coffee Lectures: GO FAIR, GO UNITE!” (18.05.) [weitere Informationen]
  • “BMBF Forum International: From Science to Life: Inspiring Cross-Border Innovation” (online; 19.05.) [weitere Informationen]
  • “Licenses for Research Data” (online; 19.05.) [weitere Informationen]
  • "Open Science Festival" (Hannover; 30.-31.08.; teilweise kostenpflichtig; Anmeldung bis 15.06. ) [weitere Informationen]

 

 

Tagungsberichte

 

 

Zusammengestellt von Bärbel Lange (baerbel.lange@rfii.de), Sarah Ehls (sarah.ehls@rfii.de) und Jonas de la Chaux (jonas.chaux@rfii.de)

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No. 14

No. 14, 13.04.2022

 *** Das RfII-Info Ticker-Team verabschiedet sich in eine Osterpause und wünscht Ihnen frohe und erholsame Feiertage!

Die nächste Ausgabe erscheint voraussichtlich am 4. Mai als No. 18. ***

  

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(Forschungs-) Daten & Informationsinfrastrukturen

  • Das Generalsekretariat für Forschung und Innovation (DG-RTD) der Europäischen Kommission hat einen Bericht zu den Wechselwirkungen von Open Science und Rechten des geistigen Eigentum (Intellectual Property Rights, IPR) veröffentlicht. Grundlage bildet eine Untersuchung zum Stand der Technik und zur Reichweite des Prinzips „So offen wie möglich, so geschlossen wie nötig“ im Rahmen des europäischen Forschungs- und Innovationssystems. Zusammenfassend werden u.a. das Fehlen einer systematischen Aufbereitung des Themas in der Wissenschaft sowie von hilfreichen Klarstellungen für Forschende moniert und abschließend konkrete Entscheidungsempfehlungen für Politik und Praktiker im Bereich Urheberrechte formuliert [weitere Informationen]

 

  • Die EOSC Task Force „FAIR Metrics and Data Quality“ führt aktuell eine Umfrage zum Thema Datenqualität durch, um ihre Empfehlungen besser an die Erwartungen und Bedürfnisse der Stakeholder anpassen zu können. Interessierte sind bis 5. Mai zur Teilnahme eingeladen [weitere Informationen]

 

  • Das „SSHOC - Social Sciences and Humanities Open Cloud”- Vorhaben, das den Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften im Rahmen der EOSC befördern sollte, ist nach seinem Abschluss in das SSH Open Cluster übergegangen. Das neue Gremium soll die Aktivitäten der zentralen Stakeholder-Gruppen, wie z.B. den EU-Gremien, der EOSC-Association oder von ESFRI koordinieren. Hierzu wurde eine Absichtserklärung mit mehreren europäischen Forschungsinfrastrukturkonsortien (ERICs), u.a. CESSDA, CLARIN und DARIAH, unterzeichnet, um die Zusammenarbeit innerhalb der SSH-Gemeinschaft zu fördern und die Nachhaltigkeit der SSHOC-Ergebnisse sicherzustellen [weitere Informationen]

 

  • Die Allianz-Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ hat eine Handreichung ihrer Arbeitsgruppe zum Thema „Digitale Sammlungen veröffentlicht. Darin gibt sie einen Überblick über Arten und Formen, Funktion und Nutzen sowie Organisation und Management von digitalen Sammlungen mit vertiefenden Hinweisen u.a. auf Konzepte, exemplarische Formen, den Umgang mit Metadaten, Publikationswege und Fragen der Qualitätssicherung. Die abschließenden Empfehlungen richten sich an Einrichtungen und Personen sowohl der Anbieter- als auch der Nutzendenseite sowie an Förderakteure [weitere Informationen]

 

  • FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur und das Landesarchiv Baden-Württemberg wollen künftig gemeinsam eine „Vision digitaler Forschungsarchive“ umsetzen und haben hierfür einen Kooperationsvertrag abgeschlossen. Neben der Entwicklung niedrigschwelliger Erschließungssoftware für kleine und mittlere Archive ist dabei die Entwicklung eines innovativen Archivischen Fachinformationssystems (AFIS) „AFIS Next Generation“ geplant, das intern die Arbeitsabläufe unterstützen und extern eine Online-Präsentation bieten und Digitalisate und Erschließungsdaten zur Nutzung bereitstellen soll. Die Ergebnisse der Zusammenarbeit sollen sowohl für andere Landeseinrichtungen als auch auf nationaler Ebene wirksam werden [weitere Informationen]

 

  • Das IT-Zentrum der Staatlichen Naturwissenschaftliche Sammlungen Bayerns (SNSB) hat zusammen mit der Universität Bayreuth die App „DiversityNaviKey“ (DNK) zur zuverlässigen Bestimmung von naturwissenschaftlichen Objekten entwickelt. Sie soll auf Grundlage des Datenbank-Systems der SNSB-Diversity Workbench und durch Abgleich mit sechs Fachdatenbanken jedermann und überall die Identifizierung von Organismen, Mineralien und naturwissenschaftlichen Sammlungsstücken ermöglichen. Neben dem IT-Zentrum steht auch das NFDI-Konsortium NFDI4Biodiversity und GFBio e.V. für Beratungsfragen rund um die Datenprozesse zur Verfügung [weitere Informationen]

 

  • Das Projekt „ORCID.DE“ hat die Ergebnisse seiner Umfrage aus 2020 zu „Bedarf und Nutzung von Organisations-IDs an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Deutschland“ veröffentlicht. Demnach haben sich 183 Einrichtungen an der Befragung zu Kenntnis, Verbreitung und Nutzung von Organisations-IDs beteiligt. Der entsprechende Artikel ist bei de Gruyter erschienen, eine englische Übersetzung ist vorgesehen [weitere Informationen]

 

  • Die Zeitschrift „Nature“ veröffentlicht einen Leitartikel zur Anerkennung der Urheberschaft von offenen Forschungsdaten [weitere Informationen]

 

 

Wissenschaftspolitik & Forschungsförderung

  • Das BMBF hat am Montag ein Eckpunktepapier zur „Deutschen Agentur für Transfer und Innovation“ (DATI) veröffentlicht. Das „Grobkonzept“ enthält in drei Punkten Aussagen zu „Mission und Mehrwert“, zu einem zweistufigen Auswahlverfahren sowie zu Aufbau und Organisation der auch im Koalitionsvertrag vorgesehenen Agentur. Ziel ist die Förderung von anwendungsorientierter Forschung insbesondere an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) und kleinen und mittleren Universitäten (kmUnis), um im Zusammenhang mit der Stärkung regionaler Kooperationen nachhaltige Innovationsökosysteme aufzubauen [weitere Informationen] Bereits am Freitag hatte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) ein Impulspapier zur DATI aus Sicht der Wirtschaft veröffentlicht. Auch der Stifterverband hat sich in einem Statement geäußert [weitere Informationen]

 

  • Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen hat fünf Verbünde in zukunftsweisenden Forschungsfeldern ausgewählt, die im Rahmen des Programms „Netzwerke 2021“ für vier Jahre mit zusammen 81,2 Mio. Euro gefördert werden. Beteiligt sind insgesamt 31 Einrichtungen unter Federführung von vier Universitäten sowie eines Fraunhofer-Instituts. Ziel des Förderprogramms ist es, Forschungsnetzwerke von Universitäten und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen zu stärken und ihre Sichtbarkeit und internationale Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen [weitere Informationen]

 

  • Außerdem wurde letzte Woche das neue Quantencomputing-NetzwerkEin Quantum NRW“ gestartet, zu dem sich mehr als ein Dutzend Forschungseinrichtungen und Unternehmen des Landes auf eigene Initiative zusammengeschlossen haben, um Forschung und Entwicklung zu Quantentechnologien weiter auszubauen. Das Netzwerk wird mit max. 20 Mio. Euro gefördert, davon stellt das Land bis 2026 zunächst bis zu 12,5 Mio. Euro bereit und die Forschungseinrichtungen selbst weitere 7,5 Mio. Euro [weitere Informationen]

 

  • Die Landesregierung Hessen hat eine neue Agenda für „KI made in Hessen“ veröffentlicht. Darin werden fünf Handlungsfelder definiert und die Innovationsfelder Gesundheit, Finanzen und Mobilität in den Fokus gestellt. Zeitgleich und als Teil eines dieser Handlungsfelder kündigt das Land die Förderung eines neuen KI-Innovationslabors beim Hessischen Zentrum für Künstliche Intelligenz „hessian AI“ an, an dem unter Federführung der TU Darmstadt 13 hessische Hochschulen beteiligt sind. Es soll Anlaufstelle sowohl für Forschende als auch für Unternehmen, insbesondere KMU und Start-ups, werden. Geplanter Beginn ist im Herbst 2022, das Land stellt hierfür Mittel im Umfang von 10 Mio. Euro bereit [weitere Informationen]

 

 

Bibliotheken & Publikationssystem

  • Der europäische Bibliotheksverbund LIBER hat „vier dringende Empfehlungen“ an Bibliotheken für Open Access-Verhandlungen mit Verlagen veröffentlicht. Sie werden jeweils um konkrete Umsetzungsvorschläge und weiterführende Links ergänzt und sind auch in Form eines Spickzettels verfügbar [weitere Informationen]

 

  • cOAlition S und die Association of Learned and Professional Society Publishers (ALPSP) haben ein neues Toolkit bereitgestellt, das kleinere unabhängige Verlage, Bibliotheken und Konsortien bei Open Access-Vereinbarungen unterstützen soll. Es umfasst u.a. einen Bericht über gemeinsame Grundsätze mit einer Datenvorlage und Beispiellizenzen sowie einen detaillierten Arbeitsablauf mit allen erforderlichen Schritten [weitere Informationen]

 

  • Eine Gruppe von Autoren und Autorinnen u.a. vom Department of Computer Science der Humboldt-Universität zu Berlin hat ein „Open Access und wissenschaftliches Publizieren: Train-the Trainer-Konzept“ veröffentlicht und bietet darin auf knapp 240 Seiten einen umfassenden Überblick für die Erstellung von Schulungs- und Weiterbildungsangeboten zu diesem Thema. Dabei werden neben didaktischen und methodischen Grundlagen u.a. auch konkrete Ablaufpläne und Übungsvorschläge sowohl für Präsenz- als auch Online-Veranstaltungen vorgestellt [weitere Informationen]

 

 

Recht

  • Die Europäische Datenschutzbehörde (EDPB) hat sich mit einer Stellungnahme zu dem geplanten „Transatlantischen Datenschutzrahmen“ zwischen den USA und der EU (s. Info Ticker No. 12) geäußert. Sie begrüßt darin die politische Grundsatzeinigung und kündigt sowohl eine sorgfältige Prüfung zu gegebener Zeit als auch die Übernahme einer „konstruktiven Rolle“ bei der Neuregelung des transatlantischen Datentransfers an [weitere Informationen]

 

 

Technische Neuerungen

  • Forschende der Universität Innsbruck, der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der ETH Zürich haben ein Konzept für einen hochpräzisen Quantensensor erarbeitet, mit dem sich Bewegungsfluktuationen von Nanoteilchen unter der Grundzustand reduzieren („quetschen“) lassen. Der neue Ansatz basiert auf einem optischen Resonator, der Lichtreflektionen zur Kontrolle von dynamischen Instabilitäten nutzt und u.a. in selbstfahrenden Autos, bei Satellitenmissionen oder in der Seismik verwendet werden könnte [weitere Informationen]

 

  • Mit dem „IAIS Evo Annealer“ hat das Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS) eine Technologie entwickelt, mit der Unternehmen, etwa aus der Logistik oder der Finanzbranche, prüfen können, inwieweit Quantentechnologien sich für die Lösung ihrer mathematischen Probleme eignen. Eine offizielle Vorführung ist für Ende April geplant [weitere Informationen]

 

 

Wirtschaft und Digitalisierung

  • Die Europäische Kommission hat eine sog. „gezielte Konsultation“ zum Digitalen Euro eingeleitet, die als Ergänzung der bereits abgeschlossenen Konsultation der Europäischen Zentralbank dienen soll. Ziel ist u.a., mehr Aufschluss über Erwartungen und Bedürfnisse und abzusehende Folgen der Einführung einer digitalen Währung für zentrale Branchen, darunter auch Finanzintermediäre und Zahlungsdienste, gewinnen zu können. Interessierte werden bis 14. Juni um Kommentierung oder Änderungsvorschläge gebeten [weitere Informationen]

 

  • Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat im Rahmen des „IPCEI-Industrial Cloud“ („Important Project of Common European Interest“) (s. Info Ticker No. 41) Projekte aus 26 deutschen Unternehmen, u.a. SAP, Siemens und Deutsche Telekom, bei der EU-Kommission zur sog. „Pränotifizierung“ angemeldet und stellt hierfür eine Fördersumme von 750 Mio. Euro bereit. Insgesamt sind zwölf EU-Mitgliedstaaten mit 159 Unternehmen und einem Gesamtinvestitionsvolumen von 5,2 Milliarden Euro beteiligt, davon rund 1,5 Milliarden aus Deutschland. Der Projektbeginn ist nach Abschluss des Genehmigungsverfahrens für Herbst diesen Jahres geplant [weitere Informationen]

 

 

 

Veranstaltungen

 

 

Tagungsberichte

 

 

Zusammengestellt von Bärbel Lange (baerbel.lange@rfii.de), Sarah Ehls (sarah.ehls@rfii.de) und Jonas de la Chaux (jonas.chaux@rfii.de)

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No. 13

 No. 13, 06.04.2022

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Informationsgrundlage sind der Informationsdienst Wissenschaft (idw) sowie Newsletter und Social-Media-Kanäle von Wissenschaftsorganisationen und Forschungseinrichtungen, Ministerien, Fachverbänden und -gesellschaften, Stiftungen und einschlägigen Initiativen.

 

(Forschungs-) Daten & Informationsinfrastrukturen

  • Die EOSC Association hat erste Ergebnisse aus dem Konsultationsverfahren zum Entwurf der „Multi-Annual-Roadmap“ (MAR; s. Info Ticker No. 10) zu prioritären Zielen und Maßnahmen für die Jahre 2023-2024 veröffentlicht. Demnach haben sich v.a. Forschungseinrichtungen und -dienstleister an der Umfrage beteiligt und in rund 60 Prozent aller Rückmeldungen wurde den vorgeschlagenen Prioritäten für die europäische, nationale und institutionelle Ebene in vollem Umfang zugestimmt. Die Association bietet auf ihrer Webseite eine vorläufige Analyse der Rückmeldungen und kündigt die überarbeitete Neufassung der MAR für Ende April an [weitere Informationen]

 

  • Ein durch das FZI Forschungszentrum Informatik geleitetes Forschungskonsortium erprobt im Projekt „SouveMedden Einsatz eines vertrauenswürdigen Datentreuhandmodells für eine souveräne Verwaltung und effektive Nutzung von medizinischen Daten konkret in der Schlafforschung. Zusammen mit dem Universitätsklinikum Freiburg und der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin sollen in einem souveränen Datenökosystem für Gesundheitsdatenspenden Chancen und Risiken des Datenteilens durch Einzelpersonen praktisch erforscht werden. Die Entwicklung der Basis-Infrastruktur sowie ein erster Prototyp sind bis zum Jahresende vorgesehen. Das Projekt wird für zwei Jahre vom BMBF gefördert [weitere Informationen]

 

 

Bildung & Hochschulen

  • Der Rat für Bildung, Jugend, Kultur und Sport der Europäischen Union hat am Dienstag „Schlussfolgerungen zu einer europäischen Strategie „zur Stärkung der Hochschuleinrichtungen für die Zukunft Europas“ mit vier Kernzielen (u.a zum digitalen Wandel) sowie eine Empfehlung zur Erleichterung einer wirksamen europäischen Hochschulzusammenarbeit Dabei wurde u.a. die Einführung eines gemeinsamen Gütesiegels „Europäischer Hochschulabschluss“ empfohlen und über eine gemeinsame europäische Finanzierung von Aufgaben der „Europäischen Hochschulen“ beraten [weitere Informationen]

 

  • Die Gesellschaft für Informatik (GI) hat zum zweiten Mal den Informatik Monitor veröffentlicht, der über Stand und Perspektiven der Informatikbildung in allgemeinbildenden Schulen in Deutschland informiert. Dieses Jahr ist Nordrhein-Westfalen bei der Gegenüberstellung von Fortschritten in den Bundesländern besonders aufgefallen, da hier Informatik als Pflichtfach ab den Jahrgangsstufen 5-6 eingeführt wurde. Vier weitere Bundesländer sehen das in den kommenden Jahren vor. Übergreifende Defizite wurden noch bei der Gleichstellung von Informatik mit naturwissenschaftlichen Fächern und der Qualifizierung von Lehrkräften festgestellt [weitere Informationen]

 

  • Die Fachgesellschaften Deutsche Gesellschaft für Hochschuldidaktik (dghd) und die Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft (GMW) haben ein gemeinsames Positionspapier zum Einsatz von digitalen Tools in der Lehre veröffentlicht. Darin weisen sie auf die erheblichen Herausforderungen hin, die sich während der Pandemie auf didaktischer, technisch-infrastruktureller und rechtlicher Ebene gezeigt haben und formulieren mehrere Forderungen, u.a. für mehr Zusammenarbeit und Transparenz in der Zukunft [weitere Informationen]

 

  • Das Hochschulforum Digitalisierung (HFD) veröffentlicht einen Blogbeitrag zur Rückkehr der Hochschulen in einen vermeintlichen „Normal-Zustand“, der für eine breite Debatte über vielversprechende Ideen und dauerhafte Veränderungen plädiert [weitere Informationen]

 

 

Wissenschaftspolitik & Forschungsförderung

  • Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) hat am Freitag ihr Arbeitsprogramm für 2022 veröffentlicht. Darin sieht sie für dieses Jahr Verhandlungen zu fünf Bund-Ländervereinbarungen vor, u.a. zur Fortentwicklung der Exzellenzstrategie (Nov. 2022), zur Dynamisierung des Zukunftsvertrags „Studium und Lehre stärken“ (Nachfolgeprogramm des Hochschulpakts), zum Professorinnenprogramm und zur NAKO Gesundheitsstudie [weitere Informationen]

 

  • Die Europäische Kommission hat offiziell die Initiative „Digital Earth“ gestartet, in der von verschiedenen Partnern, u.a. der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und dem Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF), zwei digitale Modelle („digitale Zwillinge“) der Erde entwickelt werden. Sie sollen Vorhersagen zu Umweltveränderungen verbessern und zur Bekämpfung des Klimawandels beitragen. Informationen und Daten der Initiative werden erst dem öffentlichen Sektor in Europa zur Verfügung gestellt, später auch der Forschung und der Öffentlichkeit. Das Vorhaben wird bis 2024 im Rahmen des Programms „Digitales Europa“ mit zunächst 150 Mio. Euro gefördert [weitere Informationen]

 

  • Das BMBF hat im Rahmen des Förderprogramms „Souverän. Digital. Vernetzt“ eine neue Förderrichtlinie zu „Resilienz – Widerstandsfähige digitale Systeme“ veröffentlicht. Damit sollen Erforschung und Entwicklung von neuen Technologien und Methoden für resiliente Kommunikationssysteme gefördert werden und die hierfür relevanten Akteure v.a. aus Industrie und Wissenschaft in Verbundprojekten zusammengebracht werden. Drei Forschungsaspekte werden bespielhaft vorgegeben und die Beteiligung von Unternehmen an der Verbundstruktur als Nachweis des Umsetzungsinteresses und die Zusammenarbeit mit der 6G-Plattform verpflichtend vorgeschrieben. Projektskizzen u.a. von Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Unternehmen können im Rahmen des zweistufigen Antragsverfahrens bis 6. Juni 2022 eingereicht werden. Ergänzend ist eine Informationsveranstaltung geplant [weitere Informationen]

 

  • Die Stick to Science-Kampagne (s. Info Ticker No. 05) hat aktuell eine Aktionswoche ausgerufen, um nicht zuletzt die Politik darauf hinzuweisen, dass gerade angesichts des Ukraine-Kriegs die europäische Wissenschaft zusammenrücken sollte, statt ein Auseinanderdriften zu riskieren [weitere Informationen]

 

 

Bibliotheken & Publikationssystem

  • Der International Science Council (ISC) hat die Entwicklung der Preprints und ihre Vor- und Nachteile untersucht und hierzu ein „Occasional Paper“ veröffentlicht. Als Schlussfolgerungen werden notwendige Änderungen vorgeschlagen, u.a. zur Akzeptanz von Vorabdrucken als regulären Bestandteilen der Forschungskultur, zur Betonung von ethischen Grundsätzen, zur Organisation und Dokumentation von Peer-Review und zu langfristigen Investitionen in gemeinnützige Repositorien [weitere Informationen]

 

 

 

Recht

  • Das Europäische Parlament hat heute mit großer Mehrheit dem geplanten „Data Governance Act“ zugestimmt, der einen neuen Rechtsrahmen für die Verfügbarkeit und Nutzung von Daten in Europa darstellen wird. Das Gesetz zielt auf einen fairen und vertrauenswürdigen Datenaustausch in Europa und enthält u.a. Bestimmungen zu Datenvermittlungsdiensten. Zuletzt wurde der Textentwurf u.a. im Punkt „Datenaltruismus“ auch zugunsten der Forschung geändert. Das Gesetz wird nach der formellen Annahme durch den Europäischen Rat und der Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft treten [weitere Informationen]

 

  • Eine Gruppe von zehn europäischen Forschungsorganisationen, Bibliotheken, Archiven, Repositorien und Hochschulnetzwerken – darunter u.a. COAR, LIBER, EUA, CESAER, LERU und Science Europe – hat eine gemeinsame Stellungnahme zum geplanten „Digital Services Act“ (Digitale Dienste-Gesetz; DSA) veröffentlicht. Darin fordern sie für non-profit- Einrichtungen eine Ausnahmeregelung zu den vorgesehenen zusätzlichen (Berichts-) Pflichten, da sie befürchten, dass wissenschaftliche und bildungsbezogene Dienste unter die Neuregelung fallen könnten (s. auch Info Ticker No. 12) [weitere Informationen]

 

 

Technische Neuerungen

  • Das BMBF hat diese Woche den Forschungswettbewerb „Grand Challenge der Quantenkommunikation gestartet, in dem sieben Forschungsteams über drei Jahre an der Verbesserung der Speicherdauer für Quantenzuständen und in der Folge an der Entwicklung von Quantentoken arbeiten. Mit diesen soll eine sichere Authentifizierung auch gegen quantenbasierte Angriffe ermöglicht werden. Das erfolgreichste Projekt soll anschließend die Chance zur Realisierung seines Lösungswegs erhalten [weitere Informationen]

 

 

Wirtschaft und Digitalisierung

  • Die Eurogruppe des Europäischen Rates hat am Dienstag getagt und u.a. über die Gestaltung des digitalen Euro beraten. Dabei die Europäische Zentralbank (EZB) auch Optionen für geeignete Datenschutzmaßnahmen vorgestellt [weitere Informationen]

 

 

 

E-Government

  • Das BMBF fördert im Vorhaben „Heraklion – Heuristische Resilienzanalysen für Kommunen mittels Datenraumfunktionalitäten“ die Entwicklung eines Datenraums für zivile Sicherheit. Hierfür werden große Datenmengen – u.a. Wetter- und Forschungsdaten – für Kommunen und Einsatzkräfte verfügbar gemacht und zur Auswertung und Nutzung im Vorfeld von Krisensituationen vorbereitet. Das Vorhaben wird von Forschenden des Fraunhofer-Instituts für Kurzzeitdynamik (Ernst- Mach-Institut; EMI) und des Fraunhofer-Instituts für Software- und Systemtechnik (ISST) sowie der Universität Freiburg durchgeführt und für vier Jahre mit 5,6 Mio. Euro gefördert [weitere Informationen]

 

  • Die von der Universität Jena geleitete Arbeitsgruppe „Offenes Design digitaler Verwaltungsarchitekturen“ startet unter Beteiligung von Partnern des Thüringer Finanzministeriums, aus dem DLRZ Jena und der Universität Bielefeld zwei Projekte zu KI-basierten Lösungen für eine effiziente und digitalisierte Verwaltung. Im Projekt „Canarėno“ liegt der Fokus auf Verbesserungen von Online-Formularen durch Entwicklungen im Bereich maschinelles Lernen. Im Projekt „SimpLEX“ soll eine Referenzarchitektur für eine Verwaltungssoftware entwickelt werden, die Regularien wie Datenschutzbestimmungen berücksichtigt und eine anwenderfreundliche Ausführung ermöglicht. Das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) fördert beide Projekte für drei Jahre mit rund 5 Mio. Euro [weitere Informationen]

 

  • Der Bundesrechnungshof (BRH) hat gestern einen Ergänzungsband zu seinen Prüfungsergebnissen für 2021 veröffentlicht. Darin moniert er u.a. Ausgaben insbesondere der Bundeswehr für ungenutzte Software und Verzögerungen bei der Einführung der E-Akte sowie eine beschönigte Darstellung des Bundeministeriums des Innern und für Heimat (BMI) zum Stand der Umsetzung des OZG. Außerdem fordert er klare Regeln für Beteiligungen des Bundes an Öffentlich-Privaten-Partnerschaften und nennt exemplarisch das gemeinsame europäische Vorhaben „EuroHPC“ [weitere Informationen]

 

 

Veranstaltungen

  • „Mobil, digital und abgehängt – Neue Ungleichheiten in der Arbeitswelt nach Corona“ (online; 12.04.) [weitere Informationen]
  • „NFDI ToolTalk: Sematic annotation for 3D objects: A minimum viable product (MVP) from NFDI4Culture” (online; 12.04.) [weitere Informationen]
  • „64th Online Seminar: OpenAlex” (19.04.) [weitere Informationen]
  • „Künstliche Intelligenz: Chance für die (Zivil-) Gesellschaft?!“ (online; 19.04.) [weitere Informationen]
  • “Tools & Resources for Data Usage Metrics” Webinar (21.04.) [weitere Informationen]
  • „Embedding DELT (digitally enhanced learning and teaching) into curriculum and assessment” Webinar (21.04.) [weitere Informationen]
  • “Netzpolitisches Forum: Digitale Agenda reloaded” (Berlin und online; 26.04.) [weitere Informationen]
  • “GO Unite! Spring Workshop” (online; 28.04.) [weitere Information]
  • „(Er)Zeugnisse des Digitalen im Museum – Unsichtbares sichtbar machen“ Tagung (Bonn; 02.-03.05.) [weitere Informationen]
  • “6. ORCID DE Workshop: ORCID in erweiterten Kontexten – Ergebnisse und Ausblick vorn persistenten Identifiern in Wissenschaft und Kultur“ (04.05.) [weitere Informationen]
  • „National Policies relevant to EOSC deployment – Status, gaps, and steps towards harmonization” Workshop (Straßburg, und online; 04.05.) [weitere Informationen]
  • „Train-the-Trainer-Workshop RDM“ (online; 11.-12.05.; Anmeldung bis 24.04.) [weitere Informationen]
  • “LOTUS Policy Dialogue Workshop on Leading Digitalisation” (Wien; 16.-17.05.; Anmeldung bis 20.04.) [weitere Informationen]

 

Tagungsberichte

  • „Panel discussion on digital responsibility in Europe and presentation of the Digital Responsibility Goals” Bericht und Aufzeichnung [weitere Informationen]

 

Zusammengestellt von Bärbel Lange (baerbel.lange@rfii.de) und Sarah Ehls (sarah.ehls@rfii.de)

Wenn Sie den RfII Info Ticker abonnieren möchten, können Sie sich über die RfII-Homepage für die Mailingliste registrieren. Leiten Sie das Angebot gerne auch an andere Interessierte weiter.

Diese Mail wird für Mitglieder des RfII im Mailarchiv (RfII Info Ticker) auf dem SharePoint archiviert. Für Fragen und Anregungen wenden Sie sich gerne an die Geschäftsstelle: info@rfii.de

 


No. 12

No. 12, 30.03.2022

  

Der RfII Info Ticker wird wöchentlich von der Geschäftsstelle versandt und fasst die neuesten Meldungen aus der akademischen Gemeinschaft zu RfII-relevanten Themen wie Informationsinfrastrukturen und Forschungsdaten, dem Nachrichtenspektrum rund um den „Open“-Begriff sowie wissenschafts- und förderpolitische Themen zusammen. Die Themen werden nach Bedarf und Nachrichtenlage bedient.

Informationsgrundlage sind der Informationsdienst Wissenschaft (idw) sowie Newsletter und Social-Media-Kanäle von Wissenschaftsorganisationen und Forschungseinrichtungen, Ministerien, Fachverbänden und -gesellschaften, Stiftungen und einschlägigen Initiativen.

 

(Forschungs-) Daten & Informationsinfrastrukturen

  • Die DFG hat bekannt gegeben, dass im Rahmen der Ausschreibung zur Förderung von NFDI-weiten Basisdiensten bis zum Stichtag (21. März) eine Voranmeldung eingegangen ist. Der Letter of Intent zu „Base4NFDI (Basic Services for NFDI)“ ist eine Gemeinschaftsanmeldung aller 19 aktuell laufenden NFDI-Konsortien. Bis 29. April ist der vollständige Antrag einzureichen (s. Info Ticker No. 4) [weitere Informationen]

 

  • Das Committe on Data for Science and Technology (CODATA), das Internationale Büro für Maß und Gewicht (BIPM) und die Internationale Organisation für gesetzliches Messwesen (OIML) haben heute zusammen mit der Internationalen Messtechnischen Konföderation (IMEKO) eine Absichtserklärung „On the digital transformation in the international scientific and quality infrastructure“ unterzeichnet, um ihre Unterstützung zur Entwicklung, Umsetzung und Förderung des „SI Digital Framework (International System of Units)“ zu bekunden. Die Unterzeichnung weiterer internationaler Organisationen wird erwartet [weitere Informationen]

 

  • Das FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur hat sein ForschungsdatenrepositoriumRADAR um zwei Angebote in den Bereichen Chemie („RADAR4Chem“) und Kulturwissenschaften („RADAR4Culture“) erweitert. Hintergrund sind zwei NFDI-Konsortien (NFDI4Chem und NFDI4 Culture), an denen das FIZ Karlsruhe beteiligt ist. Es bietet zusammen mit Kooperationspartnern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und an der TU Dresden Forschenden der jeweiligen Communities für die neuen Repositorien kostenfrei und unabhängig von der Institution ein Speicherkontingent und vielfältige Möglichkeiten zur Unterstützung einer FAIRen Datenpublikation [weitere Informationen]

 

  • Die „Datenschutzkonferenz“ (DSK) des Bundes und der Länder hat letzte Woche getagt und u.a. eine Entschließung über Forschungsdaten verabschiedet Darin äußert sie sich zur Vereinbarkeit von wissenschaftlicher Forschung und Datenschutz – insbesondere bei der Weitergabe von sensiblen Daten an die und von der Forschung. Außerdem bietet sie sowohl bei der Weiterentwicklung der NFDI als auch in europäischen Zusammenhängen „konstruktive Beratung“ gerade für die Bereitstellung von personenbezogenen und speziell Gesundheitsdaten an. Weitere Vorschläge zum Thema Forschungsdaten sollen folgen [weitere Informationen]

 

 

Bildung & Hochschulen

  • Der europäische Universitätsverbund EUA hat eine europaweite Umfrage zu Stand und Perspektiven von Innovationen an Universitäten uhtnd ihrer Schlüsselfunktion bei der Entwicklung von nachhaltigen Innovationssystemen durchgeführt. Die Ergebnisse, die sich auch explizit mit dem digitalen Wandel und der Erfüllung der „Third Mission“ befassen, wurden jetzt verbunden mit Best-Practice-Beispielen und weiterführenden Empfehlungen an Politik, Fördereinrichtungen und Universitäten veröffentlicht [ [weitere Informationen]

 

 

Wissenschaftspolitik & Forschungsförderung

 

  • Die Initiative „Plattform Lernende Systeme“ hat ein Whitepaper zum Schutz von KI-Systemen vor Missbrauch veröffentlicht. Hierin werden anhand von fünf Anwendungsbereichen realitätsnahe Szenarien von möglichen Zweckentfremdungen dargestellt und Gestaltungsoptionen u.a. zum Schutz von Daten und Lernprozessen eines KI-Systems für unterschiedliche Adressatenkreise dargestellt [weitere Informationen]

 

 

Bibliotheken & Publikationssystem

  • Der europäische Bibliotheksverbund LIBER hat eine Stellungnahme zum geplanten „Digital Services Act“ („Digitale Dienste-Gesetz“; DSA) veröffentlicht. Darin wird auf mehrere Unschärfen u.a. in der Formulierung des Geltungsbereichs für Bildungs- und Wissenschaftsplattformen oder auch bei der Definition von „illegalen Inhalten“ aus dem Forschungskontext hingewiesen und eine konkrete Ausnahmeformulierung für Bildung, Wissenschaft und Forschung als Ergänzung vorgeschlagen [weitere Informationen]

 

  • Der Wissenschaftsrat hat seine „Empfehlungen zur Transformation des wissenschaftlichen Publizierens zu Open Access“ jetzt auch in einer englischen Version veröffentlicht [weitere Informationen]

 

 

 

 

Recht

  • Die EU-Kommission und die US-Regierung haben sich letzte Woche auf Grundzüge für einen neuen gemeinsamen „Transatlantischen Datenschutzrahmen“ geeinigt, der die Auflagen des Europäischen Gerichtshofs von 2020 („Schrems II“) erfüllen soll. In dem entsprechenden „Factsheet“ sind fünf Kernprinzipien für einen freien und sicheren Datenfluss zwischen der EU und teilnehmenden US-Unternehmen inkl. neuen Verpflichtungen und Kontrollen sowie der Einrichtung einer neuen Gerichtsbarkeit aufgeführt. Zur Umsetzung der Vereinbarung in Rechtsdokumente wird auf US-amerikanischer Seite eine Durchführungsverordnung („Executive order“) vorgesehen [weitere Informationen]

 

  • Bei den Trilogverhandlungen letzte Woche zum Digital Markets Act“ (Digitale Märkte-Gesetz; DMA) haben das Europäische Parlament und der Europäische Rat eine Einigung erzielt (s. Info Ticker No. 11). Das Gesetz, das 2023 in Kraft treten soll, sieht Wettbewerbsregularien insbesondere von großen Online-Plattformen („Gatekeepern“) vor, die u.a. durch ihren regelmäßigen Jahresumsatz (mind. 7,5 Milliarden Euro) oder ihren Börsenwert (mind. 75 Milliarden Euro) definiert werden. Für Verstöße sind mehrstufige Sanktionsmaßnahmen vorgesehen, für die Durchsetzung wird alleine die Europäische Kommission zuständig sein. Außerdem wurde eine Interoperabilität von Messenger-Diensten beschlossen. Die offizielle Verabschiedung wird in Kürze erwartet [weitere Informationen] Die Trilogverhandlungen zum DSA sollen morgen fortgesetzt werden [weitere Informationen]

 

  • Auf Initiative der Gesellschaft für Informatik (GI) haben der Council of European Professional Informatics Societies“ (CEPIS) und weitere Verbände aus Wissenschaft und Wirtschaft in einem offenen Brief an die Europäische Kommission gegen das massenhafte und automatisierte „Client Side Scanning“ (CSS) protestiert, das aktuell im Rahmen des geplanten EU-Gesetzes gegen Kindesmissbrauchs vorgesehen ist. Ohne eine wirksame Verschlüsselung für alle Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Institutionen in der EU sowie ohne die Bereitstellung einer sicheren IKT-Infrastruktur sehen die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner die Akzeptanz der Digitalisierung und Zukunftsfähigkeit der Europäischen Union gefährdet [weitere Informationen]

 

 

 

Wirtschaft und Digitalisierung

  • Das Zentrum verantwortungsbewusste Digitalisierung (ZEVEDI)“ startet das fünfjährige Diskursprojekt „Demokratiefragen des digitalisierten Finanzsektors – eFin & Demokratiemit dem Ziel, das Wissen über den digitalen Wandel im Finanzwesen und seine gesellschaftlichen Folgen zu befördern. Hierfür werden sowohl systemische als auch konkrete Perspektiven untersucht und u.a. mit Diskussions- und Veranstaltungsformaten im interdisziplinären Austausch von Wissenschaft, Öffentlichkeit und Politik beleuchtet. Dabei ist sowohl ein interdisziplinärer Think Tank als auch eine Stiftungsprofessur an der TU Darmstadt vorgesehen. Das Projekt wird mit 2 Mio. Euro durch die Stiftung Mercator gefördert [weitere Informationen]

 

 

E-Government

  • Gestern wurde in Berlin der „GovTech Campus Deutschland“ offiziell eröffnet. Dieser wurde letztes Jahr gegründet (s. Info Ticker No. 26), um die Zusammenarbeit und Vernetzung von Verwaltung, Wissenschaft und der Technologie- Szene aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft, darunter auch der Open Source-Community, zu befördern. Namhafte Stakeholder kündigen aktuell ihre Mitarbeit an, am Freitag ist die Vorstellung der anstehenden Ausschreibung des Bundes zur Konzeption und Entwicklung von KI-Leistungen für die Bundesverwaltung geplant [weitere Informationen]

 

  • Unter Mitwirkung der Universität Freiburg wurde in dem Projekt „Artificial Intelligence (AI) and Public AdministrationDeveloping Impact Assessments and Public Participation for Digital Democracy“ am European Law Institute (ELI) ein Modellgesetz für vertrauenswürdige KI in der öffentlichen Verwaltung entwickelt. Dieses soll die Diskussion des allgemeinen Rechtsrahmens für die Vermarktung von KI-Technologien im EU-Binnenmarkt ergänzen und eine umfassende und risikoangepasste Folgenabschätzung ermöglichen, die Innovationen nicht behindert und das Vertrauen in der Bevölkerung stärkt. Am 13. April ist eine Vorstellung im Rahmen eines Webinars geplant [weitere Informationen]

 

 

Veranstaltungen

  • “NFDI InfraTalk: (Bio)schemas – Making (not only life science) data resources more interoperable and discoverable on the Web” (online; 04.04.) [weitere Informationen]
  • “Women in Data Science” (online; 05.04.) [weitere Informationen]
  • „FDNext Input-Workshop: Nachhaltiges Forschungsdatenmanagement gemeinsam denken“ (online; 05.04.) [weitere Informationen]
  • „Lunch Lecture: Einführung für Gründer*innen in das Thema ‚Datenübermittlung‘“ (online; 06.04.) [weitere Informationen]
  • „Rasender Stillstand #3: Digitale Bildung: Warum Hardware nur der Anfang ist“ (online; 06.04.) [weitere Informationen]
  • „DatenDialog Online: Neustart für die Datenpolitik?“ Diskussionsrunde – Nachholtermin (07.04.) [weitere Informationen]
  • „KonsortSWD Community Conference: Forschungsdaten. Mit Euch. Denken.“ (online; 07.04.) [weitere Informationen]
  • „FAIR-DI – FAIRMAT Colloquium: Providing Infrastructure for the Infrastructure“ (online; 07.04.) [weitere Informationen]
  • „A Guide to Supporting Early Career Researchers in Open Science” Webinar (07.04.) [weitere Informationen]
  • „Workshop Antragstellung ‘Open Access-Publikationskosten’” (online; 12.04.) [weitere Informationen]
  • „Weiterentwicklung von FDM-Kontaktstellen anhand des DIAMANT-Modells“ Workshop (online; 26.-27.04.; Anmeldung bis 03.04.) [weitere Informationen]

 

Tagungsberichte

 

Zusammengestellt von Bärbel Lange (baerbel.lange@rfii.de) und Sarah Ehls (sarah.ehls@rfii.de)

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No. 11

No. 11, 23.03.2022

 

Der RfII Info Ticker wird wöchentlich von der Geschäftsstelle versandt und fasst die neuesten Meldungen aus der akademischen Gemeinschaft zu RfII-relevanten Themen wie Informationsinfrastrukturen und Forschungsdaten, dem Nachrichtenspektrum rund um den „Open“-Begriff sowie wissenschafts- und förderpolitische Themen zusammen. Die Themen werden nach Bedarf und Nachrichtenlage bedient.

Informationsgrundlage sind der Informationsdienst Wissenschaft (idw) sowie Newsletter und Social-Media-Kanäle von Wissenschaftsorganisationen und Forschungseinrichtungen, Ministerien, Fachverbänden und -gesellschaften, Stiftungen und einschlägigen Initiativen.

 

(Forschungs-) Daten & Informationsinfrastrukturen

  • In Rheinland-Pfalz haben acht Hochschulen für angewandte Wissenschaften und fünf Universitäten offiziell das „Netzwerk Forschungsdatenmanagement Rheinland-Pfalz (FDM-RLP)“ gegründet. Die neue Landesinitiative will u.a. die Etablierung der FAIR-DATA-Prinzipien an den Hochschulen befördern, Unterstützungsangebote zum Forschungsdatenmanagement bieten und sieht den Austausch mit den NFDI-Konsortien vor [weitere Informationen]

 

 

  • Am „Stanford Institute for Human-Centered Artificial Intelligence (HAI)” wurde letzte Woche der „AI Index 2022” veröffentlicht, für den die unabhängige Initiative zum fünften Mal mit Fachleuten aus Wissenschaft und Industrie Daten im Zusammenhang mit KI zusammengestellt, auch im Ländervergleich analysiert und erstmals in größerem Umfang selber erhoben hat. Im Vergleich der 25 untersuchten Länder zeigte sich dabei u.a. ein enormer Anstieg von gesetzgeberischen Aktivitäten (allein 18 verabschiedete Maßnahmen in 2021) und der Aufstieg von Ethik im Zusammenhang mit KI (z.B. Fairness, Transparenz und Bias) zu einem der globalen Topthemen. Als besonders bemerkenswert werden auch die intensiven Kooperationen zwischen den USA und China bei der Forschung und Entwicklung zu Künstlicher Intelligenz hervorgehoben [weitere Informationen]

 

  • Das „re3data COREF-Projekt hat die charakteristischen Merkmale von Standortinformationen der fast 2.800 Forschungsdaten-Repositorien untersucht, die das Metadatenschema des „Registry of Research Data Repositories – re3data” verwenden, und sie in einer Weltkarte zusammengestellt. Zusätzlich werden die jeweiligen internationalen Kooperationen analysiert und sichtbar gemacht sowie auf Erfordernisse im Umgang mit diesen Metadaten aufmerksam gemacht [weitere Informationen]

 

  • heise online veröffentlicht eine Analyse zu möglichen Konsequenzen für das World Wide Web, die sich aus einer Abspaltung Russlands durch das „Runet“ ergeben könnten [weitere Informationen]

 

 

Bildung & Hochschulen

  • Der Senat der HRK hat Empfehlungen zur Lehrer:innenbildung in einer digitalen Welt“ beschlossen. Darin weist er in sechs Punkten auf neue Erfordernisse in Lehr- und Lernprozessen hin, die sich durch Digitalisierung verändert haben und mit entsprechenden Verantwortungen der Hochschulen bei der Ausbildung der Lehrkräfte verbunden sind. Zu den Empfehlungen gehören u.a. Anforderungen an Infrastruktur und Rahmenbedingungen, die Anpassung von Curricula an den Hochschulen sowie die Fort- und Weiterbildung von Hochschullehrer:innen und Lehrkräften [weitere Informationen]

 

  • Die 118 in der HRK zusammengeschlossenen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAWs) haben im Rahmen ihrer Jahrestagung drei Positionspapiere erarbeitet - darunter einen 10-Punkte-Plan zur Ausgestaltung der geplanten „Deutschen Agentur für Transfer und Innovation (DATI)“. Darin unterstützen sie das Vorhaben der Bundesregierung und heben ihre Schlüsselfunktion hervor, die eine angemessene Ausstattung und faire Zugangsbedingungen erfordere. Außerdem plädieren sie u.a. für eine agile Struktur der Agentur, die Stärkung regionaler Innovationsökosysteme und ein schlankes und qualitätsgeleitetes Begutachtungssystem (s. auch Info Ticker No. 06) [weitere Informationen]

 

 

Wissenschaftspolitik & Forschungsförderung

 

  • Science│ Business berichtet über einen geleakten Entwurf des Arbeitsprogramms der Europäischen Kommission für das Rahmenprogramm „Horizon Europe“ für die Jahre 2023-2024, der auch an einige Universitäten und Forschungseinrichtungen gesandt worden sei. Er enthalte u.a. Planungen zur Förderung von Forschungsinfrastrukturen im Bereich Klima und Digitalisierung, allerdings noch keine Angaben zu Finanzierung, Antragsfristen u.ä. [weitere Informationen]

 

  • Die britische Regierung hat eine neue Fünfjahres-Strategie für Forschung und Innovation bis 2027 veröffentlicht. Darin verpflichtet sie sich erneut auf einen Förderansatz von 2,4 Prozent des BIP aus öffentlichen und privaten Mitteln und legt einen Schwerpunkt auf die Anwerbung von Kräften aus dem Ausland, zumal bis 2027 im Bereich Forschung und Entwicklung 150.000 neue Kräfte eingestellt werden sollen. Außerdem wird u.a. eine Reform der Dachorganisation UKRI und die Umstellung auf ein digitales Fördersystem angekündigt [weitere Informationen]

 

  • Die Hochschule Augsburg, die zusammen u.a. mit dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik (FIT) und dem Institut für Textiltechnik Augsburg (ITA) im KI-Produktionsnetzwerk Grundlagenforschung im Bereich der KI zu anwendungstauglichen Lösungen betreibt und den raschen Einsatz in der Wirtschaft befördert, hat zusammen mit dem FIT das jüngste Verbundvorhaben „SPIKe“ gestartet. Dieses widmet sich der Standardisierung der Datengrundlage von KI-Lösungen durch die Entwicklung von sog. „KI-Pipelines“. Der Verbund wird mit ca. 50 Mio. Euro durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert, „SPIKe“ zusätzlich mit knapp 1 Mio. Euro durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie [weitere Informationen]

 

 

Bibliotheken & Publikationssystem

  • Die DINI („Deutsche Initiative für Netzwerkinformation“) hat in einer Arbeitsgruppe das „Gemeinsame Vokabular für Publikations- und Dokumenttypen“ überarbeitet und an die geänderte Publikationspraxis und Forschungsberichterstattung angepasst. Dies war insbesondere durch die Entwicklung des „Kerndatensatz-Forschung (KDSF) – Standard für Forschungsinformation in Deutschland“ notwendig geworden. Das Ergebnis wird als DINI-Schrift und als separate Tabelle zusammen mit einem Vorschlag für ein Mapping der Publikationstypen des KDSF veröffentlicht und zur Kommentierung angeboten [weitere Informationen]

 

  • Die DFG hat den “Action Plan for Diamond Open Access” unterzeichnet, eine Initiative von Science Europe, cOAlition S und OPERAS sowie der französischen Agence Nationale de la Recherche (ANR) zur Weiterentwicklung des entsprechenden Open Access-Ökosystems (s. Info Ticker No. 08). Eine aktuelle Liste der unterstützenden Organisationen und Einzelpersonen finden Sie hier [weitere Informationen]

 

Recht

  • Die Europäische Kommission hat letzte Woche zu ihren laufenden Gesetzesvorhaben mehrere Konsultationsverfahren gestartet: so bittet sie zum Vorschlag für den „Data Act“ („Verordnung über harmonisierte Vorschriften für einen fairen Datenzugang und eine faire Datennutzung“) um Rückmeldungen zum angenommenen Rechtsakt bis 12. Mai, ebenso zum Vorschlag für den „Chips Act” bis 9.Mai. Zum „Cyber Resilience- Act“ findet die Konsultation im Rahmen der Sondierung statt und ist noch bis 25. Mai geöffnet [weitere Informationen]

 

 

 

 

 

Veranstaltungen

  • “de.NBI: Training Community kick-off for Data Management and Data Stewardship” (online; 24.03.) [weitere Informationen]
  • „A New World – 2nd Edition: The pandemic two years on – what consequences for international cooperation?” Webinar (24.03.) [weitere Informationen]
  • “Mit Volldampf voraus in Richtung ‘Openness‘: Kompetenzen und Infrastrukturen mit Perspektiven“ Podiumsdiskussion (online; 25.03.) [weitere Informationen]
  • „#3 Gaia-X Hackathon“ (online; 28.-29.03.) [weitere Informationen]
  • „Diamond Open Access: the Action Plan and the overlay journal platform Episciences” Webinar (29.03.) [weitere Informationen]
  • „Quantencomputing Ökosystem: Stand der Technik – Hardware“ (Stuttgart; 29.03.) [weitere Informationen]
  • „Heute.Morgen.Übermorgen – Digitale Zukunft mit Dir!“ Veranstaltungsreihe (Kaiserslautern und online; ab 30.03.) [weitere Informationen]
  • „Rasender Stillstand #2: Daten: Gläsern für den guten Zweck?“ (online; 30.03.) [weitere Informationen]
  • „Data Access, Movement and Management Workshop” (Hinxton und online; 31.03.) [weitere Informationen]
  • „Sammler*innen, Sammlung, Netz: Zu den Netzimplikationen von Sammlungspraxis und Sammlungsforschung“ (Wolfenbüttel und online; 30.03.-01.04.) [weitere Informationen]
  • „Health Data Space Event“ (online; 04.04.) [weitere Informationen]
  • “Open Science and the role of rights management” Workshop (online; 04.04.) [weitere Informationen]
  • „EOSC Future Compute Services Webinar“ (05.04.) [weitere Informationen]
  • „Advancing SSH Research with SSHOCingly good and sustainable resources” (Brüssel und online; 06.-07.04.) [weitere Informationen]
  • “EXPLORE: the need for an open classification system” (07.04.) [weitere Informationen]

 

Tagungsberichte

 

 

Zusammengestellt von Bärbel Lange (baerbel.lange@rfii.de) und Sarah Ehls (sarah.ehls@rfii.de)

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No. 10

No. 10, 16.03.2022

  

Der RfII Info Ticker wird wöchentlich von der Geschäftsstelle versandt und fasst die neuesten Meldungen aus der akademischen Gemeinschaft zu RfII-relevanten Themen wie Informationsinfrastrukturen und Forschungsdaten, dem Nachrichtenspektrum rund um den „Open“-Begriff sowie wissenschafts- und förderpolitische Themen zusammen. Die Themen werden nach Bedarf und Nachrichtenlage bedient.

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(Forschungs-) Daten & Informationsinfrastrukturen

  • Die DFG hat ihre Anforderungen zum Umgang mit Forschungsdaten in Förderanträgen konkretisiert und setzt künftig entsprechende Angaben als verpflichtend voraus. Zur Orientierung stellt sie hierfür einen Fragenkatalog bereit, der projektspezifisch angepasst werden kann [weitere Informationen]

 

  • Die EOSC Association hat den Entwurf ihrer „Multi Annual Roadmap (MAR)“ zu prioritären Zielen und Maßnahmen für die Jahre 2023-2024 auf europäischer, nationaler und institutioneller Ebene veröffentlicht. Bis 21. März besteht noch die Möglichkeit zur Kommentierung [weitere Informationen]

 

  • Österreich hat eine nationale „Open Science Policy“ mit einem Bekenntnis zu Open Science , zur Einhaltung der FAIR-Prinzipien und zur EOSC veröffentlicht. Hintergrund ist die Umsetzung der europäischen „Directive on Open Data and the Re-Use of Public Sector Information“ („ehemals PSI-Richtlinie“) in nationales Recht [weitere Informationen]

 

  • Das britische Open Data Institute (ODI) hat am Beispiel von fünf britischen Dateneinrichtungen aus unterschiedlichen Bereichen (MEDIN, Farmbench, 360Giving, CPRD und OpenActive) die Rollen und den „Impact of data institutions“ untersucht und überwiegend positive Auswirkungen der (offenen) Daten und Standards auf ihre jeweiligen Ökosysteme feststellen können. Ziel des ODI ist u.a., das Verständnis für Dateneinrichtungen bei politischen Entscheidungsträgern und Zuwendungsgebern zu fördern [weitere Informationen]

 

  • Die Bertelsmann-Stiftung hat die Ergebnisse einer Studie zu „Tech-Giganten im Gesundheitswesen“ veröffentlicht. Darin hat ein Forschungsteam das Spektrum medizinischer Produkte und Dienstleistungen von 16 der weltweit größten Digitalunternehmen untersucht, zu denen u.a. auch Diagnostik-Software-Angebote oder Vernetzungsplattformen sowie umfangreiche Cloud-Lösungen zur Datenverwaltung bis hin zum Teilen von Daten gehören. Angesichts der marktbeherrschenden Stellung der Digitalkonzerne in diesem Bereich sehen die Autorinnen und Autoren dabei sowohl Chancen als auch Herausforderungen für das Gemeinwohl, so dass sie u.a. vor einem Aufbau von Parallelstrukturen zum bestehenden Gesundheitssystem warnen und in ihren Handlungsempfehlungen u.a. für einen regulativen Rahmen auf nationaler und europäischer Ebene plädieren und dem Umgang mit Daten eine Schlüsselrolle zuerkennen [weitere Informationen] Der Umgang mit Daten im Gesundheitswesen ist auch Gegenstand des geplanten „Europäische Gesundheitsdatenraums (European Health Data Space, EHDS)“ der Europäischen Union. Über einen ersten Entwurf wird die Europäische Kommission voraussichtlich am 5. April beraten bzw. entscheiden [weitere Informationen]

 

  • Forschende der Universität Paderborn arbeiten gemeinsam mit dem Softwareunternehmen SAP an der Entwicklung von Werkzeugen und Prozessketten zur Identifikation und Beseitigung von möglichen Schwachstellen in Open-Source-Softwares, bei denen auf die Vorlage von Quellcodes verzichtet werden kann. Das Vorhaben wird für drei Jahre von der DFG gefördert [weitere Informationen]

 

  • Die neue Ausgabe „Bausteine Forschungsdatenmanagement“ ist erschienen und enthält Beiträge u.a. zu Forschungssoftware, Urheberrechten an Forschungsdaten, Datenmanagementplänen sowie zu Erhalt und Verwendung von Provenance-Informationen in Forschungsdateninfrastrukturen [weitere Informationen]

 

 

Bildung & Hochschulen

  • Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften(BBAW) hat seit 2020 in zwei Projekten (mit Förderung der VolkswagenStiftung und des BMBF) wissenschaftliche Sammlungen an deutschen Universitäten erfasst und dabei Sachverhalte wie Entstehung und Geltung, Art und Zustand der Objekte sowie Benutzung, Lagerung und Geschichte der Sammlungen untersucht. In dem jetzt veröffentlichten Ergebnis „Die unsichtbare Sammlung“ werden auch Rückschlüsse für die aktuelle Praxis in Forschung und Lehre angeregt und u.a. die Chancen einer globalen Vernetzung der Sammlungen aufgezeigt. Um wissenschaftliche Sammlungen als enzyklopädischen Wissensspeicher und hochrangiges Kulturgut sichtbar zu machen, ist u.a. eine Ausstellung für 2023 im Gropius Bau in Berlin geplant [weitere Informationen]

 

 

Wissenschaftspolitik & Forschungsförderung

  • Die Europäische Kommission hat den „Transition Performance Index 2021“ veröffentlicht, der die Entwicklung zur Nachhaltigkeit in den Bereichen Umwelt, Wirtschaft, Soziales und Governance der EU-Mitgliedstaaten und weiterer 45 Länder von 2011 bis 2020 analysiert. Dabei hat sich ein Zusammenhang zwischen Innovationspotential und Transformationsfortschritten gezeigt. In dieser zweiten Ausgabe wird neben Forschung und Innovation auch die Rolle der Digitalisierung stärker abgebildet, etwa durch Angaben zum Anteil von Personen mit digitalen Kompetenzen oder Zugang zum Internet sowie zum Umfang der jeweiligen Digitalwirtschaft [weitere Informationen]

 

  • Der Freistaat Bayern fördert den interdisziplinäre Forschungsverbund "ForDaySec – Sicherheit in der Alltagsdigitalisierung“, an dem fünf bayerische Hochschulen unter der Koordination der Universität Passau beteiligt sind. Der neue Verbund beabsichtigt u.a., bestehende Aktivitäten im Bereich der Cybersicherheit stärker zu vernetzen und neue technische Verfahren und Sicherheitskonzepte zu entwickeln, die für private Haushalte, KMU und die öffentliche Verwaltung ohne Vorkenntnisse einsetzbar sind und dabei den technischen Datenschutz berücksichtigen. Das Vorhaben wird für vier Jahre mit 3,3 Mio. Euro gefördert [weitere Informationen]

 

  • Die Universität des Saarlandes forscht in sechs Projekten an der Optimierung von Quanten-Netzwerken und den zugehörigen Infrastrukturen. Die Projekte werden insgesamt mit über 10 Mio. Euro durch das BMBF gefördert [weitere Informationen]

 

 

Bibliotheken & Publikationssystem

  • Die European University Alliance (EUA) hat bekannt gegeben, dass sie zusammen mit Science Europe und der Europäischen Kommission den Entwurf für die neue Vereinbarung zur Reform der europäischen Forschungsbewertung (s. u.a. Info Ticker No. 49/2021) erarbeiten wird. Ziel ist ein bottom-up-Prozess mit Einbindung von Forschungs- und Förderorganisationen, nationalen und regionalen Bewertungseinrichtungen sowie Verbänden und Fachgesellschaften, die an einer solchen Neugestaltung interessiert sind. Mehr als 250 Organisationen haben sich bereits für die Stakeholder-Versammlung gemeldet, weitere Mitglieder sind willkommen [weitere Informationen]

 

  • Renke Siems, Mitarbeiter des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, hat sich mit der Wandlung großer Wissenschaftsverlage zu Plattformunternehmen als Teil des Data Analytics Business beschäftigt und im „o│bib Das offene Bibliotheksjournal“ einen Aufsatz über die Auswirkungen von User Tracking auf Bibliotheken veröffentlicht [weitere Informationen]

 

 

Recht

  • Die Ministerinnen und Minister für Telekommunikation der EU –Mitgliedstaaten haben letzte Woche einstimmig eine Erklärung verabschiedet, in der sie sich u.a. für eine zügige und intensivere Zusammenarbeit im Bereich Cybersicherheit und für eine baldige Umsetzung der NIS2-Richtlinie und Konkretisierung des „Cyber Resilience Act“ aussprechen. Außerdem fordern sie Unternehmen des digitalen Sektors zur gesteigerten Bekämpfung von Desinformation und Informationsmanipulation im Internet sowie zum Schutz der Grundrechte und -freiheiten auf. Darüber hinaus haben sie der Einrichtung eines Notfallfonds für Cybersicherheit (in noch ungenannter Höhe) zugestimmt [weitere Informationen]

 

  • Die Stiftung Neue Verantwortung macht in einem aktuellen Policy Brief zum „Digital Services Act“ (Digitale Dienste-Gesetz, DSA) auf die Bedeutung des Plattformdesigns für das Nutzungsverhalten und damit für die Durchschlagskraft des DSA aufmerksam und erläutert entsprechende Ergänzungs- und Formulierungsvorschläge für die laufenden Trilog-Verhandlungen [weitere Informationen]

 

 

Technische Neuerungen

  • Am Forschungszentrum Jülichwurde das Verbundprojekt Quantum Computer in the solid state (QSolid)gestartet, in dem ein Konsortium aus 25 namenhaften deutschen Unternehmen, Start-ups und Forschungseinrichtungen (darunter u.a. zwei Fraunhofer-Institute, das KIT sowie mehrere Universitäten) einen kompletten, unabhängigen Quantencomputer „aus deutscher Herstellung“ aufbauen wird. Im Zentrum steht die Entwicklung von hochqualitativen Quantenbits unter Reduzierung der Fehlerrate. Ein erster Demonstrator soll ab Mitte 2023 bereitgestellt und über die Jülicher Infrastruktur „JUNIC“ (s. Info Ticker No.. 02) auch für eine externe Nutzung zugänglich gemacht werden. Das Vorhaben wird für fünf Jahre vom BMBF gefördert und hat ein Gesamtfördervolumen von 76,3 Mio. Euro [weitere Informationen

 

 

 

Wirtschaft und Digitalisierung

  • Auf der Sitzung der Finanzministerinnen und -minister der Europäischen Union haben sich gestern überraschend Differenzen über die Richtlinie zur Umsetzung der globalen Mindeststeuer für große Unternehmen gezeigt, da Schweden, Polen Malta und Estland noch Vorbehalte äußerten. Obwohl im Oktober alle Mitgliedstaaten dem internationalen Steuerabkommen zugestimmt hatten (s. Info Ticker No. 41), konnte jetzt weder Einvernehmen über den Text der Richtlinie noch einen französischen Kompromissvorschlag erzielt werden. Die nächste Sitzung ist Anfang April geplant [weitere Informationen]

 

 

  • Der Forschungsbeirat derPlattform Industrie 4.0“, die von „acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften“ koordiniert wird, hat eine Expertise zu Blinden Flecken in der Umsetzung von Industrie 4.0“ veröffentlicht. Hierfür wurden auf der Grundlage einer Studie der Fraunhofer-Institutefür Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) und für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) Hindernisse für die digitale Transformation in (produzierenden) Unternehmen untersucht und v.a. bewusste unternehmerische Entscheidungen gegen Digitalisierung oder eine fehlende Digitalisierungsaffinität im Management als Hemmnisse identifiziert. Um diese abzubauen, hat der Forschungsbeirat Handlungsoptionen v.a. für Politik, Verbände und Unternehmen formuliert [weitere Informationen]

 

 

 

Veranstaltungen

  • “Soziales Europa for future – Wie kann die EU die sozialen und arbeitsmarktbezogenen Auswirkungen der ökologischen und digitalen Transformation gestalten?“ Online-Paneldiskussion (17.03.) [weitere Informationen]
  • “FORAGE: the hunt for existing data citations” Webinar (17.03.) [weitere Informationen]
  • “Everything you always wanted to know about the SCOSS 3rd Pledging Round” Webinar (18.03.) [weitere Informationen]
  • “What will Europe´s digital economy look like after the Digital Services Act?” (Brüssel und online; 22.03.) [weitere Informationen]
  • “Basecamp Kitchen Talk: Bundesländer – die Hidden Champions der Digitalisierung?“ (Berlin und Livestream; 24.03.) [weitere Informationen]
  • “EOSC Interoperability Framework Consultation” (online; 25.03.) [weitere Informationen]
  • “DANS Data Trail Workshop: Data Management Tools for Archaeologists” (online; 29.03.) [weitere Informationen]
  • “How to get Attention for Research Project Outputs, PART 2” Webinar (31.03.) [weitere Informationen]
  • „Einführung in GIT und FDM mit GitLab“ (online; 29.04.; Anmeldung bis 01.04.) [weitere Informationen]
  • „Weiterentwicklung von FDM-Kontaktstellen anhand des DIAMANT-Modells“ (Workshop) (online; 26.-27.04.: Anmeldung bis 03.04.) [weitere Informationen]

 

 

Tagungsberichte

  • „Datenmanagementpläne in der Forschung – von Grundlagen zu Grundfragen“ Workshop [weitere Informationen]
  • „Die Nadel im Heuhaufen: Wo sind die Daten in meiner Organisation?“ Aufzeichnung und Präsentationen [weitere Informationen]

 

 

Zusammengestellt von Bärbel Lange (baerbel.lange@rfii.de) und Sarah Ehls (sarah.ehls@rfii.de)

Wenn Sie den RfII Info Ticker abonnieren möchten, können Sie sich über die RfII-Homepage für die Mailingliste registrieren. Leiten Sie das Angebot gerne auch an andere Interessierte weiter.

Diese Mail wird für Mitglieder des RfII im Mailarchiv (RfII Info Ticker) auf dem SharePoint archiviert. Für Fragen und Anregungen wenden Sie sich gerne an die Geschäftsstelle: info@rfii.de

 


No. 09

No. 09, 09.03.2022

Der RfII Info Ticker wird wöchentlich von der Geschäftsstelle versandt und fasst die neuesten Meldungen aus der akademischen Gemeinschaft zu RfII-relevanten Themen wie Informationsinfrastrukturen und Forschungsdaten, dem Nachrichtenspektrum rund um den „Open“-Begriff sowie wissenschafts- und förderpolitische Themen zusammen. Die Themen werden nach Bedarf und Nachrichtenlage bedient.

Informationsgrundlage sind der Informationsdienst Wissenschaft (idw) sowie Newsletter und Social-Media-Kanäle von Wissenschaftsorganisationen und Forschungseinrichtungen, Ministerien, Fachverbänden und -gesellschaften, Stiftungen und einschlägigen Initiativen.

 

(Forschungs-) Daten & Informationsinfrastrukturen

  • Die DFG hat ein neues Förderprogramm „Verantwortung für Informationsinfrastrukturen gemeinsam organisieren (VIGO)“ gestartet, um gezielt arbeitsteilige und kooperative Herangehensweisen an Fragestellungen zu forschungsrelevanten Informationsinfrastrukturen zu unterstützen. Vorgesehen sind zwei Schwerpunkte: a) „Etablierung von Kommunikationsforen (…) bereits bestehender Informationsinfrastrukturen“ und b) „Vernetzung und weitere Professionalisierung von Initiativen (…) [zur] Erarbeitung von kooperativen Lösungen für projektübergreifende infrastrukturelle Bedarfe“. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie gemeinnützige wissenschaftliche Informationsinfrastrukturen, wie z.B. Bibliotheken, Museen, Archive oder Rechen- und Medienzentren können ab sofort Anträge für eine maximal zweijährige Förderung einreichen [weitere Informationen]

 

  • Die Europäische Kommission hat vor kurzem ein Arbeitspapier zum Stand der gemeinsamen europäischen Datenräume („European Data Spaces“) veröffentlicht. Sie wurden 2020 im Rahmen der „Europäischen Datenstrategie“ zunächst für zehn strategische Bereiche angekündigt – u.a. Gesundheit, öffentliche Verwaltung und EOSC – und inzwischen um die Bereiche Medien und Kulturerbe ergänzt. Das Papier erläutert das Konzept der Datenräume, zeigt Zusammenhänge zu relevanten sektorenübergreifenden Rechtsakten und Maßnahmen (u.a. Data Act) sowie zu Förderprogrammen und europäischen Dateninfrastrukturinitiativen und bietet neben Details zum Stand der einzelnen Datenräume auch einen Zeitplan bis 2023 [weitere Informationen]

 

  • Das „EOSC-Future“-Projekt hat einen Entwurf für einen Interoperabilitäts-Rahmen der EOSC erarbeitet und lädt hierzu am 25. März zu einer öffentlichen Online-Konsultation ein [weitere Informationen] Außerdem hat das Projekt seine politischen und strategischen Meilensteine sowie die konkreten Schritte zur Förderung von Open Science in einem Überblicksartikel veröffentlicht [weitere Informationen]

 

  • Das wissenschaftliche Datenzentrum (SDMC) des internationalen Observatoriums für Gammastrahlenastronomie „Cherenkov Telescope Array Observatory (CTAO) wird am Standort des Deutschen Elektronen-Synchrotron DESY im brandenburgischen Zeuthen angesiedelt. Das Vorhaben, das die hochpräzise Messung und Analyse von hochenergetischen Gammastrahlen unterstützen soll, wird mit Bundesmitteln von rund 9,9 Mio. Euro und Mitteln des Landes Brandenburg in Höhe von 1,1 Mio. Euro gefördert [weitere Informationen]

 

 

Bildung & Hochschulen

  • Die European University Association (EUA) hat einen Bericht ihrer „Thematic Peer Group“ zu digital gestützten Internationalen Hochschulpartnerschaften Darin erläutert sie nicht nur unterschiedliche Formate und Ansätze, deren Chancen und Herausforderungen sich während der Pandemie gezeigt haben und nun nachhaltig implementiert werden (sollten), sondern entwickelt auch Handlungsempfehlungen sowohl für Universitäten als auch für nationale und europäische Institutionen und die EdTech-Industrie [weitere Informationen]

 

  • Das Land Niedersachsen unterstützt sieben Verbundprojekte mit insgesamt 5,6 Mio. Euro, die unter der Dachinitiative „Hochschule.digital Niedersachsen”eine hochschulübergreifende Digitalisierungsstrategie für Studium und Lehre befördern sollen. Hierzu gehört auch das von der Leuphana Universität Lüneburg koordinierte Verbundvorhaben „Connecting Experts and Services (ConnEx)“, das u.a. für eine „Expertise-Landkarte“ Ressourcen und Kompetenzen auf dem Feld der Digitalisierung bündeln und die Vernetzungen dauerhaft in den Hochschulstrukturen verankern soll [weitere Informationen]

 

  • Das Zentrum für Fernstudien im Hochschulverbund (zfh) entwickelt zusammen mit dem Virtuellen Campus Rheinland-Pfalz (VCRP) und den Hochschulen Koblenz und Worms in dem Gemeinschaftsprojekt „Wissenstransfer und Innovationsentwicklung durch Digitale Weiterbildung und Microlearning“ neue bildungstechnologische Infrastrukturen und didaktische Formate u.a. zur Ermöglichung von Microlearning und Nanodegrees an den landesweiten Hochschulen. Das Land Rheinland-Pfalz unterstützt das Vorhaben mit gut 460.000 Euro [weitere Informationen]

 

Wissenschaftspolitik & Forschungsförderung

  • Die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) hat heute ihr aktuelles Jahresgutachten 2022 veröffentlicht und an Bundesministerin Stark-Watzinger übergeben. Zu den Schwerpunkten des diesjährigen Berichts zählen neben der Kommentierung der forschungs- und innovationspolitischen Vorhaben des Koalitionsvertrags u.a. auch die Themen Schlüsseltechnologien und technologische Souveränität sowie Innovationen in der Plattformökonomie und Digitale Transformation im Gesundheitswesen. In ihren Empfehlungen plädiert die Expertenkommission u.a. für eine neue F& I-Strategie und Ergänzung des 3,5 Prozent-Ziels um eine qualitative Dimension sowie für einen forcierten Ausbau der digitalen Infrastrukturen und Stärkung der Cybersicherheit. Weiterhin äußert sie sich u.a. zur Umsetzung der Open Data-Strategie sowie zu einer Fortschrittskontrolle von Gaia-X und zu Rahmenbedingungen für Datenintermediäre. Die offizielle Präsentation ist am Freitag, 11. März vorgesehen [weitere Informationen]

 

  • Die „Coalition for Digital Environmental Sustainability (CODES)“, zu der auch das deutsche Umweltbundesamt (UBA) gehört, hat auf der Umweltversammlung der UN (UNEA-S) einen „Aktionsplan für die gemeinsame Gestaltung des digitalen Wandels“ Darin wird das erhebliche Potential betont, das digitale Innovationen zur Bewältigung von ökologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen beitragen können, sofern drei zentrale Schritte eingeleitet werden, u.a. die Verbindung von Forschung und Politik und die Stärkung digitaler Kompetenzen. Der Aktionsplan soll Grundlage für den vorgeschlagenen „Global Digital Compact“ werden [weitere Informationen]

 

  • Forschende der Universitäten in Erlangen und Göteborg haben den diesjährigen „Academic Freedom Index“ (AFi) für 2022 veröffentlicht. Hierfür wurde anhand von fünf Indikatoren die Entwicklung der Wissenschaftsfreiheit im Zeitraum von 1900 bis 2021 erhoben. Die aktuelle Untersuchung hat ergeben, dass in 19 Ländern und Territorien seit 2011 die Wissenschaftsfreiheit substantiell abgenommen hat, darunter auch in Ländern mit einem bisher hohen AFI-Wert. Deutschland weist diesmal den weltweit besten Index-Wert auf [weitere Informationen

 

  • Während die Schweizer Regierung ein eigenes Format zur Übergangsförderung von Start-ups und KMU startet, die nicht am „EIC Accelerator“-Förderprogramm des Europäischen Innovationsrates teilnehmen können, hat im Vereinigten Königreich der Ausschuss für europäische Angelegenheiten dringende Appelle sowohl an das britische Oberhaus als auch an die Gremien der EU gerichtet, die Verhandlungen über eine Teilnahme von Großbritannien am Forschungsrahmenprogramm „Horizon Europe“ nicht weiter aus rein politischen Gründen aufzuhalten (s. auch Info Ticker No. 05) [weitere Informationen]

 

  • Die Gesellschaft für Informatik (GI) hat überprüft, inwieweit der Koalitionsvertrag der Bundesregierung Umsetzungen von Forderungen der GI enthält, die sie vor der Bundestagswahl formuliert hatte. Dies hat sie u.a. für die Bereiche Bildung, Ausbildung und Wissenschaft, Sicherheit und Datenschutz sowie Gesundheit kontrolliert und eine entsprechende Bewertung mit weiterführenden Handlungsempfehlungen veröffentlicht [weitere Informationen]

 

  • Das gemeinnützige Recherchezentrum „CORRECTIV“ und Forschende der Ruhr-Universität Bochum (Koordinierung) und der Universität Dortmund entwickeln zusammen in dem VorhabennoFAKE“ die Plattform „CORRECTIV.Faktenforum“. Ziel ist es, mit Bürgerinnen und Bürgern als Crowdworkern und dem Einsatz von KI Instrumente und Systeme für die Aufdeckung und Kategorisierung von Falschinformationen zu entwickeln. Das BMBF fördert das Projekt mit 1,33 Mio. Euro [weitere Informationen]

 

Bibliotheken & Publikationssystem

  • Die Arbeitsgruppe „FIML4L (Federated Identity Management for Libraries)“ des europäischen Bibliotheksverbundes LIBER hat eine öffentliche Konsultation zu „Federated Access to Online-Resources: Principles & Recommendations for Library Services” gestartet und lädt Interessierte bis Ende April zur Teilnahme ein [weitere Informationen]

 

Recht

  • Das Projekt „EOSC-Pillar“ hat für Forschende eine Checkliste zur Einhaltung von rechtlichen Vorschriften bei der Veröffentlichung, gemeinsamen Nutzung und Integration von Forschungsdaten herausgegeben. Sie gilt für alle EU-Mitgliedstaaten und umfasst insbesondere gesetzliche Regelungen zu geistigem Eigentum, Datenschutz sowie Vorschriften für nicht- personenbezogene Daten und wird vom Projekt sowohl digital als auch in einer Druckfassung bereitgestellt [weitere Informationen]

 

 

Wirtschaft und Digitalisierung

  • Der Branchenverband Bitkom hat das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage zum Frauenanteil in deutschen IT-Unternehmen veröffentlicht. Demnach beschäftigen 11 Prozent der rund 500 befragten Unternehmen überhaupt keine Frauen und bei 76 Prozent der Unternehmen liegt der Frauenanteil bei den Beschäftigten unter 25 Prozent. Ungeachtet der hohen Wertschätzung von geschlechtergemischte Teams in Unternehmen u.a. für die Produktivität (73 Prozent), sieht der Bitkom u.a. viel vernachlässigtes Innovations- und Fachkräftepotential und verweist auf die Initiative „SheTransformsIT (s. Info Ticker No. 38) [weitere Informationen]

 

  • Die Initiative „Plattform Lernende Systeme“ hat ein Whitepaper zu nachhaltigen Geschäftsmodellen von, durch und mit KI veröffentlicht. Hierin werden Fallbeispiele aus unterschiedlichen Anwendungsbereichen gegeben, aber auch die Nachhaltigkeit von KI-Systemen selbst beleuchtet und Gestaltungsoptionen für einen ökologischeren Einsatz in Wirtschaft, Forschung und öffentlicher Verwaltung aufgezeigt [weitere Informationen]

 

E-Government

  • Der IT-Planungsrat (IT-PLR) hat auf seiner heutigen Sitzung über die nächsten Schritte der Verwaltungsdigitalisierung beraten und u.a. die Programmplanung zur Gesamtsteuerung der Registermodernisierung inkl. Meilensteinen bis 2025 beschlossen. Außerdem wurden Maßnahmen für den Betrieb eines einheitlichen Organisationskonto für Unternehmen vereinbart und eine länderübergreifende Leitlinie zur gesamtstaatlichen Cybersicherheit beraten. Als prioritär wurde die Unterstützung der vom Ukraine-Krieg Betroffenen auch im Bereich Verwaltungsdigitalisierung bewertet [weitere Informationen]

 

  • Die bundeseigene Digitalisierungseinheit DigitalService4Germany hat ein Strategiepapier für die nächsten zwei Jahre veröffentlicht und darin ihre Ziele, Möglichkeiten und entsprechende (nicht nur finanzielle) Bedarfe definiert. Zu den Zielen zählt sie u.a. die eigene Entwicklung von strategisch relevanten, digitalen Anwendungen des Bundes, die Stärkung der für Digitalisierung Zuständigen in der Bundesverwaltung sowie die Förderung des Paradigmenwechsels hin zu einer agilen, nutzerzentrierten datengetriebenen Softwareentwicklung [weitere Informationen] .

 

 

Veranstaltungen

  • „OPERAS Open Chats: Open Access Monographien” (online; 10.03.) [weitere Informationen]
  • „Potentiale und Grenzen moderner Künstlicher Intelligenz“ Webinar (15.03.) [weitere Informationen]
  • „Menschliches Bewusstsein und Künstliche Intelligenz – eine grenzüberschreitende Beziehung?“ (Berlin; 15.03.) [weitere Informationen]
  • „Der Zensus als Prüfstein des Datenschutzrechts“ (online; 15.03.) [weitere Informationen]
  • „‘Smart Borders?‘ – Digitalisierung und Migrationskontrolle“ (online; 15.03.) [weitere Informationen]
  • „Wissen ordnen oder entgrenzen – vom analogen zum digitalen Europa?“ (Mainz und online; 16. - 17.03.) [weitere Informationen]
  • „HMC FAIR Friday: Persistent Identifiers (PIDs): sustainable referencing and value added services” (Auftakt der Veranstaltungsreihe) (online; ab 18.03.) [weitere Informationen]
  • „Connections, Conversations and Science Communication – The future of public trust in times of uncertainty” (online; 21.-22.03.) [weitere Informationen]
  • „Rechtliche Aspekte im Forschungsdatenmanagement“ Vortragsreihe (online; 21.-25.03.2022) [weitere Informationen]
  • „Strategieentwicklung für institutionelles FDM mit RISE-DE“ (online; 24.03.) [weitere Informationen]
  • "Public health research and data sharing: Data saves lives“ (online; 24.03.2022) [weitere Informationen]
  • „Zwischen Papier und Bildschirm: Wissenschaftliches Publizieren im Wandel“ Podiumsdiskussion (Leipzig oder online; 25.03.)[weitere Informationen]
  • „ESFRI 20th Anniversary Conference: European Research Infrastructures at the heart of scientific discoveries” (Paris; 25.03.) [weitere Informationen]
  •  „IT- und Datenkompetenz im FDM: Fokus 2: Bearbeiten, Speichern und Teilen von Daten“ (online; 04.- 05.04.; Anmeldung bis 20.03.) [weitere Informationen]

 

 

Tagungsberichte

 

 

Zusammengestellt von Bärbel Lange (baerbel.lange@rfii.de) und Sarah Ehls (sarah.ehls@rfii.de)

Wenn Sie den RfII Info Ticker abonnieren möchten, können Sie sich über die RfII-Homepage für die Mailingliste registrieren. Leiten Sie das Angebot gerne auch an andere Interessierte weiter.

 

Diese Mail wird für Mitglieder des RfII im Mailarchiv (RfII Info Ticker) auf dem SharePoint archiviert. Für Fragen und Anregungen wenden Sie sich gerne an die Geschäftsstelle: info@rfii.de

 

 


No. 08

*** Hinweis: Als Team des RfII Info Tickers nehmen auch wir den Krieg in der Ukraine, die Entwicklungen und die Nachrichtenlage mit Erschütterung und Anteilnahme zur Kenntnis. Da sich aber weder die Fülle der Meldungen hierzu noch ihre Komplexität in diesem Format adäquat wiedergeben lassen, haben wir uns entschieden, das Thema für den Info Ticker auszuklammern und die Meldungen auf seine Kernbereiche zu beschränken. ***

  

No. 08, 02.03.2022

 Der RfII Info Ticker wird wöchentlich von der Geschäftsstelle versandt und fasst die neuesten Meldungen aus der akademischen Gemeinschaft zu RfII-relevanten Themen wie Informationsinfrastrukturen und Forschungsdaten, dem Nachrichtenspektrum rund um den „Open“-Begriff sowie wissenschafts- und förderpolitische Themen zusammen. Die Themen werden nach Bedarf und Nachrichtenlage bedient.

Informationsgrundlage sind der Informationsdienst Wissenschaft (idw) sowie Newsletter und Social-Media-Kanäle von Wissenschaftsorganisationen und Forschungseinrichtungen, Ministerien, Fachverbänden und -gesellschaften, Stiftungen und einschlägigen Initiativen.

 

(Forschungs-) Daten & Informationsinfrastrukturen

  • Die Stiftung „CoreTrustSeal – Trustworthy Data Repositories Requirements” plant eine Überarbeitung und Aktualisierung ihrer Anforderungen an vertrauenswürdige Datenspeicher für den Zeitraum 2023-2025 und lädt alle Interessierten im Rahmen einer Umfrage bis 15. April zur Kommentierung und Rückmeldung ein [weitere Informationen]

 

  • Eine Gruppe von 41 Forschenden aus 17 Ländern – u.a. aus zwei Leibniz-Instituten (DSMZ und IPK) – und Mitglieder des DSI Scientific Network haben in der Zeitschrift "Nature Communications“ ein gemeinsames Plädoyer für eine politische und multilaterale Lösung für digitale Sequenzinformationen (DSI) im Rahmen des geplanten Übereinkommens der Vereinten Nationen über die biologische Vielfalt (CBD) veröffentlicht (s. auch  Info Ticker No. 02). Sie stellen darin einen alternativen Lösungsansatz vor, in dem politische Entscheidungsträger mit Forschenden zusammenarbeiten und so sowohl die freie Nutzung genetischer Daten ermöglichen als auch den Erhalt der Biodiversität unterstützen [weitere Informationen]

 

  • Die neu gegründete „Health Data Technologies GmbH (Honic) arbeitet aktuell am Aufbau einer kommerziellen, vertrauenswürdigen Forschungsdatenplattform für Gesundheitsdaten, die Anbieter- und Nutzerinnen im Bereich Real-World-Daten verbindet. Die Plattform „made in Germany“ soll u.a. strikt datenschutzkonform und qualitätsgesichert ausgestaltet werden und eher eine Ergänzung statt Konkurrenz zu den Angeboten der Medizininformatik-Initiative (MII) darstellen [weitere Informationen]

 

  • Die Universität Witten/Herdecke hat im Rahmen des Vorhabens „Innovation und digitale Transformation im Gesundheitswesen“ (ATLAS-ITG) unterschiedliche Motivationen untersucht, die die Spendenbereitschaft von Gesundheitsdaten für die Forschung erhöhen. Zu den Ergebnissen, die jetzt im "Journal of Medical Internet Research" veröffentlicht wurden, zählt u.a., dass gerade bei Männern vor allem prosoziale Motive die Bereitschaft zur Datenspende im Gesundheitsbereich steigern [weitere Informationen]

 

 

Bildung & Hochschulen

  • Die EUA hat sich mit neun anderen europäischen Hochschulvereinigungen, u.a. AURORA, CESAER, ECIU; Eurotech Universies Alliance und The Guild, zu einer „ERA University Association“ zusammengeschlossen, um die Rolle einer koordinierten Hochschulvertretung im „ERA Forum“ im Rahmen der neuen Governance des Europäischen Forschungsraums (ERA) einzunehmen und mit gemeinsam abgestimmten Empfehlungen zur Förderung des ERA beizutragen [weitere Informationen]

 

  • Die sieben Mitglieder der europäischen Hochschulvereinigung „ENHANCE Allianz”, darunter u.a. die TU Berlin, die RWTH Aachen und die Warsaw University of Technology (WUT), haben eine gemeinsame Bildungsstrategie veröffentlicht, in der sie elf Ziele für Studium und Lehre in Europa vorsehen mit dem übergreifenden Ziel, einen gemeinsamen europäischen Hochschulcampus zu schaffen. Hierzu gehören u.a. individuelle Gestaltungsmöglichkeiten der Studienverläufe innerhalb des Netzwerkes, Angebote zur physischen und virtuellen Mobilität sowie die Verpflichtung der Allianz zur grünen und digitalen Transformation [weitere Informationen]

 

  • Das Hochschulforum Digitalisierung (HFD) hat im Rahmen einer Studie „Zukunftskonzepte in Sicht?“, die vom HIS-Institut für Hochschulentwicklung (HIS-HE) durchgeführt wurde, die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die strategische Hochschulentwicklung untersucht. Die Befragung von 126 Hochschulleitungen hat u.a. ergeben, dass große Bereitschaft besteht, digitale Formate in der Lehre auch nach der Pandemie einzusetzen, allerdings mit Ausnahme von fernüberwachten Prüfungen. Hinzu kommt, dass – Stand Herbst 2021 – der Krisenmodus vielerorts noch anhält, so dass ausgereifte Planungskonzepte oft noch fehlten. Neben der Darstellung der Planungen und Entwicklungen enthält die Studie auch vergleichende Analysen nach Hochschultypen, Fächerspektrum und Digitalisierungsstrategien sowie weiterführende Fragestellungen [weitere Informationen]

 

 

Wissenschaftspolitik & Forschungsförderung

  • Eine Gruppe von gut fünfzig internationalen „Young Scientists“ des Weltwirtschaftsforums (WEF) hat in einem öffentlichen Statement zum Einsatz der Wissenschaft für und mit der Gesellschaft Vorschläge für die nachhaltig wirksame Etablierung einer wissenschaftsgeleiteten Politikberatung formuliert. Dabei spielt die Bereitschaft der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zum zeitlichen und inhaltlichen Input ebenso eine Rolle wie eine neue Bewertung von Leistungen im Bereich Wissenschaftskommunikation [weitere Informationen]

 

 

Bibliotheken & Publikationssystem

  • Science Europe hat heute zusammen mit cOAlition S, OPERAS und der französischen „Agence Nationale de la Recherche (ANR)“ einen „Action Plan for Diamond Open Access“ veröffentlicht. Darin schlagen die Beteiligten vor, das Diamond Open Access-Ökosystem (inklusive Zeitschriften und Plattformen) durch Bündelung und Aufbau gemeinsamer Ressourcen in vier zentralen Bereichen – Effizienz, Qualitätsstandards, Kapazitätsaufbau und Nachhaltigkeit – weiterzuentwickeln. Dabei sollen u.a. kulturelle und disziplinäre Unterschiede berücksichtigt werden. Zahlreiche Organisationen und Einzelpersonen haben sich bereits angeschlossen [weitere Informationen]

 

  • cOAlition S hat gestern einen Brief mit dem Titel „Enabling Open Access: a request to publishers an zahlreiche Verlage verschickt und sie darin aufgefordert, ihre Richtlinien und die Vertragsgestaltung ihres Hauses von Beginn an transparenter zu kommunizieren, damit Autorinnen und Autoren bereits bei Einreichung ihrer Manuskripte über die Folgen, u.a. zu Lizenzen, Gebühren und evt. Weiterleitungen informiert sind. Die Initiative stellt auch Musterschreiben zur weiteren Versendung zur Verfügung. Die Antworten der Verlage sollen als Hilfestellung für künftige Publikationsentscheidungen veröffentlicht werden [weitere Informationen]

 

  • Der Forschungsverbund Marbach Weimar Wolfenbüttel (MWW) entwickelt zusammen mit fünf internationalen Partnereinrichtungen eine neue Plattform für Open Access-Publikationen. In dem Vorhaben, das für ein Jahr von der Open-Source-Publikationssoftware Manifold gefördert wird, werden zunächst zusammen mit dem Wallstein-Verlag Publikationen aus den aktuellen Forschungsprojekten erscheinen, während künftig v.a. Veröffentlichungen aus der (digitalen) Sammlungsforschung geplant sind, die entweder hybrid oder online erscheinen sollen [weitere Informationen]

 

 

Recht

  • Eine Gruppe von mehr als 40 europäischen zivilgesellschaftlichen Organisationen, darunter u.a. die Initiativen European Digital Rights (EDRI), Algorithm Watch und Human Rights Watch, hat in einem Offenen Brief an die Gremien der EU die Aufnahme eines Verbots von profilgebenden KI -Systemen („Predictive Policing“) in der geplanten KI-Verordnung der EU („AI Act“) gefordert. Andernfalls befürchten sie einen Anstieg von Diskriminierung und eine Abkehr von der Unschuldsvermutung in der Strafverfolgung und Strafjustiz [weitere Informationen]

 

  • Das Kompetenzzentrum Verbraucherforschung der Verbraucherzentrale NRW (KVF NRW) hat zu ihrer wissenschaftlichen Online-Veranstaltungsreihe „Zu treuen Händen?“ über Datenintermediäre und Datentreuhändern, die sie 2021 zusammen mit dem Institut für Verbraucherinformatik durchgeführt hat, jetzt eine Dokumentation der insgesamt 15 Beiträge (Aufzeichnungen und Paper) veröffentlicht [weitere Informationen]

 

 

Wirtschaft und Digitalisierung

  • Am Montag hat die Bundesnetzagentur den Förderbeginn für die Gewinner des FörderwettbewerbsInnovative und praxisnahe Anwendungen und Datenräume im digitalen Ökosystem Gaia-X des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) bekanntgegeben (s. Info Ticker 25/2021). Die elf Leuchtturmvorhaben der ersten Bewilligungstranche umfassen zusammen 114 Projektpartner und werden für drei Jahre mit insgesamt rund 117,4 Mio. Euro gefördert. Dazu gehören z.B. „EuroDaT“, in dem u.a. mit Beteiligung von „ZEVEDI (Zentrum für verantwortungsbewusste Digitalisierung)“, Grundlagen für einen neutralen Datentreuhänder im Sinne des Data Governance Acts (DGA) geschaffen werden sollen oder auch „Health –X-Dataloft“ , in dem ein offener föderierter Gesundheitsdatenraum mit transparenten, cloud-basierten Anwendungen entwickelt werden soll sowie „OpenGPT-X“ zur Entwicklung von Sprachtechnologien und Services auf Grundlage von GPT-3 Sprachmodellen. Weitere Projekte stammen u.a. aus den Bereichen Bildung, Bauwesen, Luft- und Raumfahrt und öffentlicher Sektor [weitere Informationen] Ergänzend dazu haben in Abstimmung mit der Gaia-X AISBL führende europäische Cloudanbieter die Initiative „Structura-X gegründet, um aus ihren bestehenden Infrastruktur-Diensten eine übergreifende Cloud-Infrastruktur aufzubauen [weitere Informationen]

 

 

E-Government

  • Der Bund hat mit dem Branchenverband Bitkom als Vertretung der IT-Branche vertragliche Regelungen zur Beschaffung von Cloudleistungen für die Öffentliche Hand (EVB-IT Cloud) vereinbart, die u.a. Anforderungen an Leistungsqualität, Daten- und IT-Sicherheit sowie Kontrollrechte für den Einsatz von Cloudleistungen festlegen. Neben einem Mustervertrag werden auch u.a. entsprechende Einkaufsbedingungen, ein fachlicher Kriterienkatalog und Nutzungshinweise bereitgestellt. Die EVB-IT Cloud soll in 18 Monaten überprüft werden, die Anwendungsseite wird um Erfahrungsberichte gebeten [weitere Informationen]

 

 

Veranstaltungen

  • „Lunch Lecture: Verantwortlichkeit& Auftragsbearbeitung” (online; 03.03.) [weitere Informationen]
  • „NFDI InfraTalk: Wikibase and the challenges and possibilities of knowledge graphs for RDM in NFDI4Culture” (online; 07.03.) [weitere Informationen]
  • „Webinar Open-Access-Publikationskosten“ (Nachholtermin: 07.03.) [weitere Informationen]
  • „52. Jour fixe FDM: Hochschuldidaktik und FDM“ (online; 09.03.) [weitere Informationen]
  • „GEBF 2022: Alles auf Anfang – Bildung im Digitalen Wandel“ Tagung (Online; 09.-11.03.) [weitere Informationen]
  • „Libraries and Open Ecosystems: The library´s role in open research” Webinar (16.03.) [weitere Informationen]
  • „Campus Source Tagung 2022“ (online; 17.03.) [weitere Informationen]
  • „Discrimination and surveillance: Can the EU Artificial Intelligence Act fix injustice?” (online; 17.03.) [weitere Informationen]
  • „I-Adopt Framework for FAIR variables and metadata description” (online; 17. und 31.03.) [weitere Informationen]
  • „ON-MERRIT final event: Ensuring Equity in Open Science” (online; 22.03.) [weitere Informationen]

 

Tagungsberichte

  • „EOSC Pillar: Germany and EOSC for researchers” (Aufzeichnung und Präsentationen) [weitere Informationen]
  • „EUA Webinar: Women in academia: breaking the glass ceiling or rebuilding the house?” (Aufzeichnung) [weitere Informationen]

 

 

Zusammengestellt von Bärbel Lange (baerbel.lange@rfii.de) und Sarah Ehls (sarah.ehls@rfii.de)

Wenn Sie den RfII Info Ticker abonnieren möchten, können Sie sich über die RfII-Homepage für die Mailingliste registrieren. Leiten Sie das Angebot gerne auch an andere Interessierte weiter.

Diese Mail wird für Mitglieder des RfII im Mailarchiv (RfII Info Ticker) auf dem SharePoint archiviert. Für Fragen und Anregungen wenden Sie sich gerne an die Geschäftsstelle: info@rfii.de

 


No. 07

No. 07, 23.02.2022

 

Der RfII Info Ticker wird wöchentlich von der Geschäftsstelle versandt und fasst die neuesten Meldungen aus der akademischen Gemeinschaft zu RfII-relevanten Themen wie Informationsinfrastrukturen und Forschungsdaten, dem Nachrichtenspektrum rund um den „Open“-Begriff sowie wissenschafts- und förderpolitische Themen zusammen. Die Themen werden nach Bedarf und Nachrichtenlage bedient.

Informationsgrundlage sind der Informationsdienst Wissenschaft (idw) sowie Newsletter und Social-Media-Kanäle von Wissenschaftsorganisationen und Forschungseinrichtungen, Ministerien, Fachverbänden und -gesellschaften, Stiftungen und einschlägigen Initiativen.

 

(Forschungs-) Daten & Informationsinfrastrukturen

  • Die acht Forschungsmuseen der Leibniz-Gemeinschaft haben eine gemeinsame „Agenda 2030“ verabschiedet, in der sie sich auf Leitlinien ihrer künftigen Arbeit verständigt haben. Mit Bezug auf das „Bund-Länder-Eckpunktepapier“ 2021 betonen sie ihr Alleinstellungsmerkmal als „das wissenschaftsgetriebene Zusammenspiel von Forschung, Sammlungen und Wissenstransfer“ und definieren sich als „Taktgeber für die strategische Weiterentwicklung des Konzeptes des integrierten Forschungsmuseums“. Um dem gerecht zu werden, konkretisieren sie vier Handlungsfelder, u.a. „Sammlungen und Forschungsinfrastrukturen“, wobei sie sich übergreifend auf die Grundsätze von Open Science verpflichten und für alle beteiligten Museen die Entwicklung und Umsetzung einer Open Science-Strategie ankündigen [weitere Informationen]

 

  • Die OECD hat gestern ihren „Rahmen zur Klassifizierung von KI-Systemen“ vorgestellt. Hierfür hat ein Netzwerk von Expertinnen und Experten ein Bewertungstool entwickelt, das insbesondere politischen Entscheidungsträgern und Regulierungsbehörden helfen soll, anwendungsbezogene Risiken und Chancen beim Einsatz von KI in verschiedenen Kontexten zu bewerten. Dabei wird zwischen fünf Dimensionen differenziert: „Mensch & Planet“; „Wirtschaftlicher Kontext“, „Daten & Input“, „KI-Modell“ und „Aufgabe & Output“ jeweils mit Untergruppen und Fallbeispielen und außerdem ein Überblick über Register und Verzeichnisse von KI-Anwendungen geboten [weitere Informationen]

 

  • Die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) hat eine neue Studie von Louisa Specht-Riemenschneider und Wolfgang Kerber mit einem problemlösungsorientierten Ansatz zu Datentreuhändern veröffentlicht. Darin unternehmen sie u.a. eine Abgrenzung von Datentreuhändern und Datenintermediären sowie eine Kategorisierung von Datentreuhandmodellen. Außerdem überprüfen sie den Rechtsrahmen, der sich aus den Vorgaben des „Data Governance Act" (DGA; s. Info Ticker No. 48) ergibt und erarbeiten Ansätze zur Ausgestaltung von Datentreuhändern in unterschiedlichen Datenräumen des Onlinesektors sowie im Gesundheits- und Mobilitätssektor. Aus den Ergebnisse leiten sie insgesamt 21 „rechtspolitische Handlungsempfehlungen“ zu Chancen und Risiken ab [weitere Informationen]

 

  • OpenAIRE stellt mit dem „Open Science Observatory“ eine Plattform mit Indikatoren und Visualisierungen zur europäischen Open Science-Landschaft bereit, um v.a. politischen Entscheidungsträgerinnen und -trägern sowie Interessierten aus der Forschungsverwaltung einen besseren Überblick zur Entwicklung sowohl innerhalb einzelner Länder als auch grenzüberschreitend zu ermöglichen. Durch die Kontroll- bzw. Vergleichsmöglichkeiten u.a. zu Metriken, FAIR-Grundsätzen, PlanS-Kompabilität oder APCs soll es auch dazu dienen, Verbesserungspotentiale in der Open Science-Policy auszumachen und übergreifend bei der Umsetzung der UNESCO-Empfehlungen zu Open Science beitragen. Grundlage ist der „OpenAIRE-Research Graph“, der um weitere Bereiche und Nutzungsfunktionen erweitert werden soll [weitere Informationen]

 

 

Bildung & Hochschulen

  • Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hat sich in einem Auswahlverfahren der Europäischen Kommission durchgesetzt und errichtet zusammen mit zehn Partnerinstitutionen aus dem Bildungs- und Technologiebereich ein europäisches Netzwerk für digitale Bildung („Community of Practice“). Das Netzwerk ist Teil des „Digital Education Hub“ der Europäischen Kommission und soll den Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit in den unterschiedlichen Bildungssektoren erleichtern und stellt hierfür verschiedene Formate wie z.B. Mentoring-Programme oder Digital-Sprechstunden auf einer entsprechenden Plattform bereit. Die Europäische Kommission fördert das Vorhaben mit rund 5 Mio. Euro [weitere Informationen]

 

  • Das Amt für geistiges Eigentum der EU (EUIPO) hat eine Übersicht zu den häufigsten Fragen zum Urheberrecht zum Einsatz in der Lehre veröffentlicht [weitere Informationen]

 

 

Wissenschaftspolitik & Forschungsförderung

  • Die Europäische Kommission hat gestern die zweite Ausschreibungsrunde im Programm „Digital Europe“ eröffnet für Vorhaben aus den Bereichen Datenräume, europäische Blockchain-Infrastruktur, Vermittlung von fortgeschrittenen digitalen Kompetenzen, digitale Verwaltungsdienstleistungen, Erprobung von KI-Einsätzen zur Verbrechensbekämpfung und KI-Testeinrichtungen. Außerdem werden Zuschüsse für den Bereich Cybersicherheit gewährt. Insgesamt werden dafür 292 Mio. Euro bereitgestellt. Europäische Unternehmen, Organisationen und öffentliche Verwaltungen können ihre Anträge bis 17. Mai einreichen [weitere Informationen]

 

  • Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Bettina Stark-Watzinger, hat letzte Woche im Bundestag ihr Arbeitsprogramm vorgestellt. Zum Bereich Forschung hat sie dabei für März ein Eckpunktepapier zur Deutschen Agentur für Transfer und Innovation (DATI) angekündigt sowie eine Überarbeitung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes [weitere Informationen] Auch der Bundesminister für Digitales und Verkehr, Volker Wissing, hat die Eckpunkte für die anstehenden digitalpolitischen Vorhaben vorgestellt und dabei die Erarbeitung und Weiterentwicklung der Digital- und der Gigabit-Strategie als prioritär genannt [weitere Informationen]

 

  • Die Initiative D21 hat heute ihren Digital-Index 2021/22zum Lagebild der digitalen Gesellschaft veröffentlicht. Demnach ist der Digitalisierungsgrad der deutschen Bevölkerung seit 2021 leicht angestiegen, wobei weiterhin Unterschiede je nach Bildungsgrad und Generation bestehen, während sich die Werte von Frauen und Männern zunehmend annähern. Vor allem aber sei das Bewusstsein für die Notwendigkeit digitaler Kompetenzen gestiegen, wobei nur etwa ein Drittel der Befragten hierfür auf offizielle Angebote der Fort- und Weiterbildung zurückgreift. Erstmals wurde in der repräsentativen Studie auch nach Einschätzungen zu Auswirkungen der Digitalisierung auf die ökologische Nachhaltigkeit gefragt. Angesichts der Ergebnisse leiten die Autorinnen und Autoren drei Kernforderungen an die Politik ab, u.a. zur Entwicklung messbarer Ziele für digitale Kompetenzen [weitere Informationen]

 

  • Der Vorstand der Stiftung Neue Verantwortung, Stefan Heumann, hat im Tagesspiegel einen Beitrag zum geplanten Dateninstitut der Bundesregierung nach Vorbild des britischen ODI veröffentlicht. Darin plädiert er u.a. dafür, die Förderung von Datenteilen und Datennutzung ins Zentrum der künftigen Arbeit des Dateninstituts zu stellen, dieses mit „maximaler Unabhängigkeit“ auszustatten und juristische Expertise zwar einzubinden, aber Fachwissen zu Datennutzung und zu innovativen Ansätzen in der Datenökonomie sowie enge Verknüpfungen mit den einschlägigen Communities als maßgebliche Richtlinien anzusehen [weitere Informationen]

 

  • In einem gemeinsamen Forschungsprojekt des Trier Center for Digital Humanities (TCDH) und der Humboldt-Universität zu Berlin soll die umfassende, europaweit verteilte und interdisziplinär relevante Korrespondenz des Philosophen, Naturforschers und Universitätsprofessors Henrik Steffens im Zuge eines Pilotprojekts in einer digitalen Sammlung verknüpft und für weitere Forschungen bereitgestellt werden. Dabei wird das im TCDH entwickelte Werkzeug „FuD“ sowie die Verknüpfung mit zentralen Datenbanksystemen und der Korrespondenzkatalog „correspSearch“ der BBAW genutzt. Das Vorhaben wird für drei Jahre von der DFG gefördert [weitere Informationen]

 

 

Bibliotheken & Publikationssystem

  • Jan-Martin Wiarda hat in seinem Blog einen Sachstand und Ausblick zum aktuellen Prozess zur Neubewertung von Wissenschaft auf EU-Ebene veröffentlicht [weitere Informationen]

 

 

Recht

  • Die Europäische Kommission hat heute ihren Vorschlag für den geplanten Rechtsakt über Daten („Data Act“) vorgelegt, mit dem faire Nutzungs- und Zugriffsrechte für die (Industrie-) Daten der Wirtschaftssektoren sowie zwischen Unternehmen und Behörden geregelt werden sollen (s. Info Ticker No. 21 und zuletzt No. 50). Zusammen mit dem „Data Governance-Gesetz“ (DGA), das im November verabschiedet wurde, ist es der zweite Pfeiler im Rahmen der Europäischen Datenstrategie und enthält Rechte und Pflichten für Unternehmen, insbesondere KMU, Behörden und Verbraucher sowie eine Ausnahmeregel für wissenschaftliche Zwecke („Forschungsklausel“). Während Zuspruch u.a. aus der Automobilbranche kommt, hat der Branchenverband Bitkom bereits Nachbesserungsbedarf angemeldet [weitere Informationen]

 

  • Als erste koordinierte Umsetzungsmaßnahme des Europäischen Datenschutzausschusses (EDSA) haben die europäischen Aufsichtsbehörden und der Datenschutzbeauftragte der EU eine Untersuchung zur Nutzung cloud-basierter Dienste im öffentlichen Sektor Untersucht werden soll bei mehr als 75 öffentlichen Stellen im Europäischen Wirtschaftsraum – darunter EU-Institutionen aus dem Bildungs- , Gesundheits- und Finanzbereich sowie Anbieter von IT-Dienstleitungen –, ob die genutzten IKT-Produkte und Dienste den EU-Datenschutzrichtlinien entsprechen und der Schutz personenbezogener Daten gewährleistet ist. Nach einer koordinierten Analyse soll auf nationaler Ebene über eventuelle Folgemaßnahmen entschieden und das Gesamtergebnis noch in diesem Jahr veröffentlicht werden [weitere Informationen]

 

 

Wirtschaft und Digitalisierung

  • Die Gaia-X Federation Services (GXFS) haben endgültig die Implementierungsphase erreicht. Wie der zuständige Branchenverband eco bekannt gab, wurden in Abstimmung mit der Gaia-X-AISBL die Aufträge zur Umsetzung der technischen Spezifikationen (s. Info Ticker No. 50) u.a. an T-Systems International und Fraunhofer AISEC sowie XLAB vergeben. Der entsprechende Open Source-Code wird über die Plattform GitLab zur Verfügung gestellt. Außerdem wurde auch eine neue Gaia-X Blogreihe gestartet [weitere Informationen]

 

  • Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat eine Förderbekanntmachung zu „Edge-Datenwirtschaft – Data Science Technologien für Edge-Cloud-Szenarien und ihre nachhaltige Anwendung in Edge Data Spaces“ veröffentlicht. Ziel des Technologieprogramms ist die Erschließung und Erprobung von innovativen Data Science Technologien für Edge Computing- Lösungen in verschiedenen Anwendungsdomänen mit dem Potential, sich zu Leuchttürmen in der Branche zu entwickeln. Interessierte sind eingeladen, sich zu Konsortien zu formieren und bis 25. März mit Skizzen für max. 36-monatige Vorhaben zu bewerben. Es werden Fördermittel im Umfang von bis zu 30 Mio. Euro bereitgestellt, geplanter Förderbeginn ist Oktober 2022 [weitere Informationen]

 

 

E-Government

  • Auf Initiative aus Bayern haben neun Bundesländer (Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen) ein gemeinsames Positionspapier für eine Nachjustierung des OZG veröffentlicht. Darin fordern sie den Bund anhand von „fünf Essentials“ auf, 1) das OZG qualitativ weiterzuentwickeln, 2) die Steuerung und Finanzierung effizienter und transparenter zu gestalten, 3) das „Einer für alle-Prinzip“ (EfA) wettbewerbskonform weiterzuentwickeln, 4) das OZG „in die Fläche und zu den Kommunen [zu] bringen“ und 5) den Rechtsrahmen insgesamt föderal weiterzuentwickeln, v.a. mit einem neuen Fristenmodell und ggf. flankierenden rechtlichen Änderungen. Der BehördenSpiegel plant im März eine Veranstaltung zum Thema [weitere Informationen]

 

 

Veranstaltungen

 

 

Tagungsberichte

 

Zusammengestellt von Bärbel Lange (baerbel.lange@rfii.de) und Sarah Ehls (sarah.ehls@rfii.de)

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