Projekte

Das RfII-Plenum gibt sich ein Arbeitsprogramm und richtet zu ausgewählten Themen Ausschüsse oder Arbeitsgruppen ein, die Berichte und Empfehlungen des RfII vorbereiten. Auf Beschluss des Plenums werden derzeit die folgenden Vorhaben bearbeitet.

DATENTREUHÄNDER­SCHAFT

Die Weiterverwendung personenbezogener Daten für die Forschung ist mit erheblichen Hürden verbunden. Durch Anonymisierung können diese Daten unter Umständen wissenschaftlich nicht mehr oder nur eingeschränkt nutzbar sein. Treuhänder können eine kontrollierte Zurverfügungstellung der Daten ermöglichen, und zwar an verschiedenen Stellen des Daten-Lebenszyklus. Dienstleister und Software-Angebote ermöglichen es beispielsweise auch Einzelpersonen, Daten bereitzustellen. Die Datenethikkommission der Bundesregierung hat vor kurzem empfohlen, Regularien und Qualitätsstandards für „Datentreuhandysteme“ aufzubauen. Um einen Beitrag zu dem beginnenden Regulierungsdiskurs vorzubereiten, hat der RfII das Projekt Datentreuhänderschaft eingerichtet. Er knüpft damit an seine Empfehlung zum Thema DATENSCHUTZ UND FORSCHUNGSDATEN an, partizipative Modelle für die sichere Verwaltung personenbezogener Daten zu entwickeln.

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Nationale Ent­wicklungen im Forschungs­datenmanagement

Die Einrichtung einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) erfordert eine gemeinsame Anstrengung aller Akteure im Wissenschaftssystem, wie auch eine intensive, wissenschaftspolitische und überparteiliche Begleitung. Weitere Vorschläge werden benötigt, um die NFDI auszugestalten und in das deutsche, europäische und internationale Wissenschaftssystem zu integrieren. Nach prozessualen Klärungen der Beteiligungsmöglichkeiten und der Finanzierung betrifft dies Fragen der Evaluation und Qualitätssicherung sowie die Anbindung der zahlreichen bereits existierenden Angebote im Bereich Forschungsdatenmanagement. Perspektivisch hält der RfII auch rechtliche Anpassungen für nötig. In enger Abstimmung mit der GWK und im kommunikativen Austausch mit weiteren Schlüsselorganisationen des Wissenschaftssystems bearbeitet der RfII anstehende Fragen, um die Startphase der NFDI optimal zu begleiten.

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EU-Entwicklungen

Nicht nur in Deutschland, sondern auch auf europäischer Ebene entstehen neue Ansätze zur Digitalisierung der Wissenschaft und zur Konsolidierung von Informationsinfrastrukturen. Der RfII beobachtet diese Entwicklungen, unter anderem die European Open Science Cloud (EOSC), um Wissenschaft und Wissenschaftspolitik bei anstehenden Schritten zu begleiten. Darüber hinaus will der RfII die Entstehung und Vermittlung deutscher Positionen in europäischen und internationalen Debatten unterstützen – unter Berücksichtigung von Anliegen und Vorgehensweise der verschiedenen deutschen Akteure.

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Länderanalysen

Die zunehmende Digitalisierung fordert von der Wissenschaftspolitik eine strategische Ordnung und Konsolidierung der Investitionen und Aufbauaktivitäten für Dateninfrastrukturen. Umfassende Initiativen wie die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) für das deutsche föderale Wissenschaftssystem und die European Open Science Cloud (EOSC) für den EU-Raum sind Antworten auf diese Diagnose. Zugleich treiben sie die Internationalisierung von Wissenschaftskommunikation und informationstechnologischer Vernetzung voran. In einem ersten FACHBERICHT LÄNDERANALYSEN hat der RfII 2017 exemplarisch einzelne Länder und die von ihnen beschrittenen forschungsdatenpolitischen Entwicklungspfade analysiert. Aktuell hat der RfII neue Länder- und Regionen-Analysen ins Auge gefasst. Anlass sind gegenwärtige Programmatiken für Open Science einerseits und laufende internationale, insbesondere aber europäische Vernetzungsanstrengungen andererseits. Die Befunde zu Akteuren, Policies, organisationalen Strukturen und Governance-Modellen sollen weiteren Stellungnahmen und Empfehlungen zur Entwicklung von Informationsinfrastrukturen in Deutschland als Grundlage dienen.

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Nutzung und Verwertung

Der digitale Wandel verändert Konzepte zur Nutzung und Verwertung wissenschaftlicher Ergebnisse. Im Zuge der Open Access-Transformation sollen nicht nur herkömmliche Publikationen, sondern auch Forschungsdaten möglichst weitgehend offen und idealerweise kostenfrei zur Verfügung stehen. Dies eröffnet auch kommerziellen Anbietern die Möglichkeit zur wirtschaftlichen Verwertung dieser Daten. Allerdings werden Regeln benötigt, damit dies transparent und unter Berücksichtigung der wissenschaftlichen Belange geschieht. In seinem Positionspapier LEISTUNG AUS VIELFALT hat der RfII bereits auf Probleme und – aus Sicht des Wissenschaftssystems – Gestaltungsbedarf für eine Offenheit von Forschungsdaten hingewiesen. Unter anderem hat er verbindliche Mindeststandards zur Ausgestaltung von Datenpublikationen befürwortet. Aufbauend auf diesen Empfehlungen ist der RfII dabei,– auch mit Blick auf das Maßnahmenpaket der EU zur Förderung eines einheitlichen europäischen Datenraumes – die aktuellen Ausprägungen der Open Access-Transformation zu analysieren und hat im Mai 2020 mit dem Diskussionsimpuls Datendienste nachhaltig gestalten erste Empfehlungen zur aktiven Ausgestaltung der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Wissenschaft gegeben. Die Arbeitsgruppe „Nutzung und Verwertung“ hat darüber hinaus auf Basis einer Analyse von gut vierzig Datendiensten Anforderungen an die Ausgestaltung von Datendiensten aus wissenschaftlicher Perspektive erarbeitet, die aktuell für eine Publikation aufbereitet werden.

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