No. 42, 20.10.2021

Der RfII Info Ticker wird wöchentlich von der Geschäftsstelle versandt und fasst die neuesten Meldungen aus der akademischen Gemeinschaft zu RfII-relevanten Themen wie Informationsinfrastrukturen und Forschungsdaten, dem Nachrichtenspektrum rund um den „Open“-Begriff sowie wissenschafts- und förderpolitische Themen zusammen. Die Themen werden nach Bedarf und Nachrichtenlage bedient.

Informationsgrundlage sind der Informationsdienst Wissenschaft (idw) sowie Newsletter und Social-Media-Kanäle von Wissenschaftsorganisationen und Forschungseinrichtungen, Ministerien, Fachverbänden und -gesellschaften, Stiftungen und einschlägigen Initiativen.

 

(Forschungs-) Daten & Informationsinfrastrukturen

  • Die TransferAllianz und der Bundesverband Deutsche Startups haben als Teil einer vom BMBF und BMWí eingesetzten Arbeitsgruppe einen (Prozess-) Leitfaden zur Nutzung und Verwertung von Schutzrechten (Intellectual Property; IP) aus der Wissenschaft, insbesondere bei Ausgründungen aus Hochschulen oder Forschungseinrichtungen erarbeitet. Er bietet Empfehlungen zu Aufgaben und Zuständigkeiten inkl. Zeitplanung vom Erstgespräch bis zum IP-Vertrag, die einen fairen Verhandlungsprozess und ein gründungsfreundliches Verhandlungsergebnis ermöglichen sollen [weitere Informationen]

 

  • Die interdisziplinäre Kommission für Pandemieforschung der DFG fordert in einer Stellungnahme einen besseren Zugang und bessere Verknüpfungsmöglichkeiten bei gesundheitsbezogenen Forschungsdaten. Sie zeigt in fünf Handlungsfeldern auf, wie dies unter Einhaltung der DSGVO gelingen könnte: u.a. regt sie eine zentrale Datenintegrationsstelle in der Funktion einer Treuhandstelle, ein deutsches Forschungsdatengesetzes sowie die Nutzung eines datenschutzkonformen „unique identifiers“ zur Sicherung der Interoperabilität von Datensätzen an [weitere Informationen]

 

  • Die CERN Quantentechnologie-Initiative (CERN-QTI) hat in einer Roadmap ihr mittel- und langfristiges Quantenforschungsprogramm veröffentlicht. Darin hat die ihre Ziele und Strategie formuliert, gibt Informationen zur Leitungsstruktur und zur Zusammensetzung des internationalen Beirats sowie zur Austauschaktivitäten auf dem Gebiet der Quantentechnologien [weitere Informationen]

 

  • Die Arbeitsgruppe „Discipline-specific Guidance for DMPs der Research Data Alliance (RDA) hat eine Umfrage gestartet, um mehr über disziplinspezifische Aspekte in DMPs (Datenmanagementplänen) zu erfahren und ihre Erstellung für Forschende zu erleichtern. Die Ergebnisse der Umfrage sollen in individuellen Workshops in den Disziplinen validiert und später Open Access veröffentlicht werden [weitere Informationen]

 

 

Bildung & Hochschulen

  • Die European University Association EUA greift in einer Stellungnahme zum EU-Haushalt einen Vorschlag aus dem Europäischen Parlament auf, wonach die geplanten der Budgetkürzungen des Forschungsrahmenprogramms Horizont Europa zurückgenommen werden sollten und stattdessen eine Verstärkung um zusätzliche 305 Mio. Euro empfohlen wird. Auch die EUA verweist auf die Dringlichkeit der Neuinvestitionen zum jetzigen Zeitpunkt [weitere Informationen]

 

  • Das HIS – Institut für Hochschulentwicklung hat einen Bericht zu Herausforderungen und Perspektiven der Qualitätsentwicklung im Bereich Open Educational Ressources (OER) veröffentlicht und die Umsetzung am Beispiel des Portals „twillo“ vorgestellt, das Lehrende bei der Bereitstellung und Nutzung von freien qualitätsvollen Unterrichtsmaterialien unterstützen soll [weitere Informationen]

 

 

Wissenschaftspolitik & Forschungsförderung

  • Die Europäische Kommission hat gestern ihr Arbeitsprogramm für 2022 beschlossen. Darin werden konkrete Umsetzungsmaßnahmen zu den sechs beschlossenen Zielen aufgeführt, u.a. für „Ein Europa für das digitale Zeitalter“ (Punkt 2). Demnach soll der digitale Wandel in der EU bis 2030 vollzogen werden und neben dem „European Chips Act“ u.a. ein „Cyber Resilience Act“ zur Festlegung von gemeinsamen Cybersicherheitsnormen vorgelegt werden. Weitere Maßnahmen gelten z.B. einem weltraumgestützten globalen Kommunikationssystem und der Förderung von digitalen Kompetenzen in Schulen und Hochschulen. Außerdem wird zur „Förderung unserer europäischen Lebensweise“ (Punkt 5) u.a. eine europäische Hochschulstrategie angekündigt [weitere Informationen]

 

  • Der Europäische Innovationsrat (EIC) hat die Auswahl von 65 innovativen Start-ups und KMU aus 16 Ländern bekanntgegeben – darunter 11 aus Deutschland –, die in der ersten Runde des „EIC-Accelerators“ mit zusammen 363 Mio. Euro gefördert werden. In einer Kombination von Finanzierungszuschüssen und Beteiligungsinvestitionen unterstützt der EIC mit diesem Format Innovationen u.a. aus den Bereichen Gesundheitsversorgung, digitale Technologien, Biotechnologie und Energie. Die Anträge der zweiten Gruppe werden derzeit geprüft, weitere Antragsrunden sind geplant [weitere Informationen]

 

  • Während die Verhandlungen mit Großbritannien und der Schweiz über die Teilnahme am Forschungsrahmenprogramm Horizont Europa noch andauern – in der Schweiz werden aktuell geeignete Ergänzungs- bzw. Ersatzmaßnahmen geprüft, während die britische Regierung sich zuversichtlich zeigt –, bereitet die Europäische Kommission eine Aufnahme von Israel als assoziiertes Land noch in 2021 vor [weitere Informationen]

 

  • Das BMBF hat eine neue Förderrichtlinie im Rahmen der europäischen EUREKA-Cluster veröffentlicht. Konkret gefördert werden exzellente Vorhaben mit einer großen Innovationshöhe in Software-Technologien und Künstlicher Intelligenz in der (Mikro-) Elektronik. Antragsberechtigt sind sowohl Verbünde der gewerblichen Wirtschaft als auch Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Vor Einreichung einer Projektskizze wird die Kontaktaufnahme mit dem Projektträger empfohlen [weitere Informationen]

 

  • SPD, BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN und FDP haben am Freitag das Ergebnis ihrer Sondierungsgespräche veröffentlicht und weisen Digitalisierung darin einen hohen Stellenwert zu. Bereits im ersten von zehn Punkten „Moderner Staat und digitaler Aufbruch“ sind u.a. eine digitalere Verwaltung, ein Digitalisierungscheck im Gesetzgebungsverfahren, die Neuaufsetzung von KI-Strategie, Datenstrategie und Blockchain-Strategie der Bundesregierung sowie eine Neuordnung ihrer Kompetenzen und die Förderung des Gigabit-Ausbaus vorgesehen. Im Weiteren sind u.a. auch ein Digitalpakt 2.0 im Bildungswesen angedacht und Maßnahmen zur Förderung von Innovation und neuer Wettbewerbsfähigkeit (Punkt 6), darunter ein Anteil von 3,5 % des BIP für Forschung und Entwicklung und mehr Ausgründungen aus Forschungsinstituten. Ein besserer Zugang zu Daten wird konkret zur Unterstützung von Start Ups und KMU angesprochen und im letzten Punkt eine Initiative zur Beförderung einer europäischen digitalen Infrastruktur angekündigt [weitere Informationen]

 

  • 24 Spitzenorganisationen aus Wissenschaft und Wirtschaft, darunter u.a. die Allianzorganisationen, der Stifterverband, die TU9, der Bund der deutschen Industrie und der Branchenverband bitkom, haben eine Stellungnahme zum Wissenschafts- und Innovationssystem mit dem Titel „Die nächste Ausbaustufe zünden“ veröffentlicht. Darin formulieren sie zu sechs Handlungsfeldern Forderungen an die Politik, darunter je ein Maßnahmenblock zur Förderung der digitalen Transformation und zur Implementierung von Forschung und Innovation als Kernthemen der EU sowie u.a. ein 3.5-Prozent-Ziel für Forschung und Entwicklung bis 2025, eine ausgewogene Balance zwischen allen Forschungsbereichen, eine stabile Hochschulfinanzierung, mehr Unterstützung für die Prinzipien der offenen Wissenschaft, Abbau von bürokratischen Hürden der Programmförderung sowie Maßnahmen zur Karriereförderung für Daten- und Digitalexpert:innen [weitere Informationen]

 

  • Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen hat eine Selbstverpflichtung formuliert, um bis 2035 ihre Arbeitsweisen und Forschungsprozesse klimaneutral zu gestalten. Ziel ist es, der Verantwortung und Vorbildfunktion der Wissenschaftseinrichtungen auch bei der Umsetzung der entwickelten bzw. empfohlenen Maßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel gerecht werden. Notwendig dafür sei aber die flankierende Anpassung der rechtlichen, infrastrukturellen und finanziellen Rahmenbedingungen durch Bund und Länder [weitere Informationen]

 

  • Ein Team der Hochschule Darmstadt beschäftigt sich im Rahmen des Nationalen Forschungszentrums für angewandte Cybersicherheit ATHENE mit Fragen der Post-Quanten-Kryptographie und der Sicherheit eines zukünftigen Internets, in dem die bisherigen Public-Key-Verschlüsselungsverfahren von Quantencomputern gebrochen werden könnten. Das Vorhaben „Agile and Easy-to-Use-Integration of PQC Schemes“ wird vom BMBF und dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst für vier Jahre gefördert [weitere Informationen]

 

 

Recht

  • Der Europäische Rat hat am Dienstag Schlussfolgerungen zur Weiterentwicklung des Krisenmanagements im Bereich Cybersicherheit angenommen. Dabei sollen mögliche Ziele und Prioritäten einer Gemeinsamen Cyber-Einheit eruiert werden, die im Juni von der Europäischen Kommission zur EU-weiten Abwehr von Cyberattacken empfohlen worden war (s. Info Ticker No. 25) [weitere Informationen]

 

  • Die Niederlande haben einen Vorstoß zum geplanten Europäischen Chip-Gesetz unternommen und frühzeitig Empfehlungen, u.a. zur Finanzierung von Start-ups und Scale-ups sowie zur Stärkung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit abgegeben [weitere Informationen]

 

 

Wirtschaft und Digitalisierung

 

 

E-Government

  • Die Initiative D21 und die TU München haben den eGovernment MONITOR 2021 veröffentlicht. Darin wird die Entwicklung der digitalen Verwaltung in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit Blick auf Bekanntheit, Nutzung, Akzeptanz und Barrieren aus der Sicht der Bürger:innen untersucht. Zu den Ergebnissen zählte u.a. ein ähnlicher Nutzungsanteil der digitalen Verwaltungsleistungen wie im Vorjahr, aber eine deutlich höhere Unzufriedenheit mit den Angeboten, was v.a. auf gestiegene Erwartungen während der Pandemie zurückgeführt wird. Der MONITOR enthält erstmals auch einen Vergleich der deutschen Bundesländer – mit sehr heterogenen Ergebnissen – sowie Auswertungen zur digitalen Daseinsversorgung in den Bereichen Gesundheit und Bildung [weitere Informationen]

  

 

Veranstaltungen

  • „The National Research Data Infrastructure (NFDI) and the Research Data Management Ecosystem in Bremen” (online; 21.10.) [weitere Informationen]
  • „Weiße Flecken, schwarze Löcher. Was machen wir sichtbar?“ Vortrag (Live-Stream; 21.10.) [weitere Informationen]
  • „Industrie 4.0 – Blick zurück und nach vorn“ (online; 26.10.) [weitere Informationen]
  • „Horizon 2020 European Green Deal Call: Results and ambitions for the future” (online; 27.10.; Anmeldung bis 25.10.) [weitere Informationen]
  • „Colloquium Fundamentale: Wissenschaft in der Politik“ Veranstaltungsreihe (online; ab 28.10.) [weitere Informationen]
  • „CDR Impuls: simple GDPR-Strength Anonymisation” (online; 03.11.) [weitere Informationen]
  • „10. InnoCamp: Technologie und Innovationen” (online; 08.11.) [weitere Informationen]
  • “DIV Konferenz 2021” (online; 08.-11.11.) [weitere Informationen]
  • „Rechtlicher Umfang mit Forschungsdaten-Lizenzen und Urheberrechte“ Workshop(online; 16.11.) [weitere Informationen]
  • „Archivwirtschaftliches Fachgespräch: Bewertung und Übernahme digitaler Informationen, Übertragung von Konzepten und Theorien aus der analogen in die digitale Welt?“ (München und online; 16.11.) [weitere Informationen]
  • „Wer Ordnung hält, hat Zeit zum Forschen: Fahrpläne für Forschungsdaten!“ (online; 16.11.) [weitere Informationen]
  • „German Reproducibility Day“ (online; 16.11.) [weitere Informationen]

 

Zusammengestellt von Bärbel Lange (baerbel.lange@rfii.de) und Sarah Ehls (sarah.ehls@rfii.de)

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